"Conan Exiles: Isle of Siptah" im Test – toll gewandelt

In der Beta zu "Conan Exiles: Isle of Siptah" lief vieles nicht ganz rund. Trotz scharfer Kritik ist aus der Erweiterung nun aber ein Hit geworden.

Dass die neue Erweiterung "Isle of Siptah" für das Survival-MMO "Conan Exiles" in der Beta im Oktober 2020 manchen sauer aufstieß, hatte einen guten Grund. Während die bisherige Karte des Hauptspiels mit Aufgaben und Kämpfen sowohl PvE-, als auch PvP-Spieler ansprach – sie konnten sich entweder computergesteuerten Feinden stellen oder andere Spieler bekämpfen – fokussierte "Isle of Siptah" vorerst beinahe ausschließlich auf den PvP-Aspekt.

Wer in der Beta nur die Welt erleben wollte, ohne andere Spieler zu beharken, hatte einen riesigen Nachteil. Der Grund unter anderem: Im DLC spülen magische Fluten die Computer-Figuren nach Siptah, die der Spieler versklaven und für sich arbeiten lassen kann. Da dies immer auf der Map angezeigt wurde, kam es an den entsprechenden Stellen zu Massengefechten zwischen Spielern, bei denen nur die Stärksten eine Chance hatten und Anfänger oder Gelegenheitsspieler leer ausgehen.

Ende gut, alles gut?

Wer glaubte, das einfach ignorieren und spannende Quests erleben oder die Sklaven in Dörfern aufgabeln zu können, wurde dagegen bitter enttäuscht: Im Gegensatz zum Hauptspiel gab es die nämlich in der Beta nicht. Doch die Entwickler von Funcom haben noch einige Monate am DLC gefeilt und "Conan Exiles: Isle of Siptah" nun gänzlich veröffentlicht. Der Fokus liegt dabei zwar weiter auf Endgame-PvP, doch auch Einzelgänger kommen nun besser auf ihre Kosten.

Die neue Erweiterung bringt nicht einfach nur neue Kreaturen und Quests in das Helden-Epos, sondern gleich eine ganz neue Welt. Die neue namensgebende Insel, die beinahe gleich groß ist wie die bisherige Map des Spiels, wartet mit zahlreichen Dungeons, magischen Fluten am Himmel und dem verheerenden Mahlstrom auf. Die Story dazu ist dagegen wieder einmal überaus schnell erzählt und für das Abenteuer eigentlich vollkommen vernachlässigbar.

Neuanfang auf der neuen Insel

Auf der Insel trieb der sagenumwobene Zauberer Siptah sein Unwesen – auf dem Turm in der Inselmitte wurden Menschen geopfert, die vom Festland hierher verschleppt wurden. In den jetzigen Ruinen finden sich die Spuren der Kämpfe der Menschheit gegen die uralten Rassen, die der Spieler nun entdecken soll. Als "Neuanfang" strandet man auf der Insel und beginnt mit einem komplett neuen Charakter, was Neulingen die gleichen Chancen wie Veteranen einräumt.

Die Insel selbst ist grafisch sehenswert. Anders als die eher eintönige Umgebung der Beta präsentiert sie sich nun mit sonnenbeleuchteten Stränden, finsteren Ruinen, dichten Wäldern und riesigen Tälern. Dabei ist die Map auch fairer, was die Errichtung einer Basis betrifft: Materialien und Ressourcen sind nun gleichmäßig über die Karte verteilt, weswegen man kaum Vorteile aus gewissen Gebieten ziehen kann. Vor allem Neulinge sparen sich so frustrierende Kämpfe um Lager. 

Todbringende Dungeons und ein Sturm

Ebenso kommen neue Bauwerke-Sets ins Spiel: Helden können nun aus Treibgut kleine Piraten-Städte und aus Sturmglas Burgen errichten. Spannend ist auch, dass sich nun Reittiere nutzen lassen: Auf dem Rücken eines mächtigen Nashorns kämpft es sich gleich viel spektakulärer als nur mit Axt und Schwert. Neu ist auch der Dungeon-Typ "Gewölbe". Dabei handelt es sich um große Hallen, die nicht nur mit teils extrem großen Monstern, sondern auch mit Rätseln und Fallen gespickt sind.

Isle of Siptah
Isle of SiptahFuncom

Eines der charakteristischsten Merkmale des Spiels ist ein riesiger Sturm, der einen gewaltigen Turm in der Mitte der Insel beherbergt. Er spuckt im Verlauf des Abenteuers immer wieder neue Kreaturen aus, die jene Spieler attackieren, sie sich auf zum Turm machen. Der Weg zahlt sich allerdings aus: Einerseits lässt sich der Turm von den Stärksten eingehend erkunden, andererseits können Spieler eine ganz neue Ressource und auch Belohnungen ergattern, die es sonst nirgends gibt.

Guter Einstieg auch für Anfänger

Bestehen bleibt allerdings die PvP-Prügelei um die Sklaven aus den magischen Fluten. So müssen auch Einzelspieler zwangsweise in die Massenschlachten einsteigen, der PvP-Fokus bleibt erhalten – auch wenn er nicht ganz so intensiv wie in der Beta ausfällt. Vier Spawning-Punkte mit Wahl-Möglichkeit sorgen zumindest dafür, denn heftigsten Gefachten entgehen zu können. Schön dabei: Direkt auf der Insel gestrandet findet man bereits am Strand alle Materialien, die zum Bau einer kleinen Basis reichen. So gefällt der Start gleich viel besser!

Bugs besitzt das Spiel übrigens noch genug, erfahrungsgemäß wird Funcom diese aber nach und nach ausbügeln. So lassen sich manche Dungeon-Bosse nicht blicken, Gras wächst einfach durch Gebäudeböden hindurch oder NPCs frieren einfach mitten in der Tätigkeit ein. Dafür sehen nun die Charaktere ein gutes Stück detaillierter als noch im Hauptspiel aus, die Map gefällt und Anfänger bekommen eine faire Chance. Dennoch bleibt "Isle of Siptah" ein Spiel, bei dem man sich mit PvP schnellstens anfreunden sollte.

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