Ungarn-Beschluss verschärft Corona-Krise auch bei uns

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil warnt.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil warnt.Bild: Denise Auer

Ungarn setzt wegen Corona eine Notverordnung in Kraft. Alle Arbeitskräfte – sprich auch Pflegepersonal – das heute heim nach Ungarn fährt, muss für 14 Tage in Heim-Quarantäne.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SP) ist in großer Sorge. Er schrieb darauf heute einen Brief an die Bundesregierung und rief Bundespräsident Alexander Van der Bellen an. Nach der dritten Stimmbandoperation ist der Fortgang der Genesung schon so weit fortgeschritten, dass er wieder Telefonate führen und seinem Amt nachkommen kann, erfuhr "Heute".

Doskozil: "Burgenland massiv negativ betroffen"

Grund für sein Einschreiten ist ein heute in Ungarn in Kraft getretener Beschluss des Zentrums für Volksgesundheit. Dieser sieht unter anderem vor, dass sich auch ungarische Staatsbürger, bei denen kein COVID-19-Verdacht besteht, in 14-tägige Quarantäne begeben müssen. Landeschef Hans Peter Doskozil: "Diese Bestimmung trifft auch alle ungarischen Arbeitskräfte, die zu ihrem Arbeitsplatz ins Burgenland pendeln. Das Burgenland ist von dieser Regelung massiv negativ betroffen, weil wir damit zumindest für die nächsten zwei Wochen dringend erforderliches Personal verlieren – besonders im Gesundheits- und Pflegebereich." Dadurch würde sich "die Krisensituation im Burgenland weiter verschärfen", kündigt Doskozil an.

"Braucht bilaterale Lösung"

Doskozil drängt die Bundesregierung zu einer bilateralen Lösung des Problems. Der Landeshauptmann hat heute in einem Schreiben an Bundeskanzler Kurz und Außenminister Schallenberg auf die dramatischen Auswirkungen dieser neuen Bestimmung für das Burgenland aufmerksam gemacht. "Es gibt in vielen Wirtschaftsbereichen, am Arbeitsmarkt und besonders im Gesundheits- und Pflegebereich eine sehr enge Verflechtung mit Ungarn. Wir brauchen das Personal aus Ungarn, um diese Krisensituation meistern zu können", betont der Landeshauptmann. Es müsse auf bilateralem Wege eine rasche Lösung dieses Problems herbeigeführt werden. In Gesprächen mit der ungarischen Regierung müsse zumindest für Grenzregionen bzw. für Arbeitskräfte im Gesundheits- und Pflegebereich eine Ausnahmeregelung erzielt werden.

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