Schwere Konsequenzen für einen 33-jährigen Teilnehmer einer Corona-Demo in Wien: Der Mann hatte laut Anklage im November 2021 bei einer Kundgebung in der Bundeshauptstadt einen Polizeihubschrauber mit einem Laserpointer der Klasse 3 angestrahlt. Die Besatzung wurde dadurch geblendet und musste Ausweichmanöver fliegen. Am Dienstag stand der Rumäne deshalb vor dem Wiener Landesgericht.
Er sei Kranfahrer und habe den Laser auf einem Flohmarkt gekauft, um bei Dämmerung seinen Kollegen leichter etwas zeigen zu können, sagte der Angeklagte aus. Die Gefährlichkeit des Geräts, das bleibende Augenschäden auslösen kann, sei ihm nicht bewusst gewesen. Bei der Demonstration habe er zunächst nur mit dem Laserpointer herumgespielt, bevor er dann auf die Idee kam, den Helikopter anzustrahlen.
Das Fluggerät wurde in einer Höhe von 500 bis 600 Metern mehrmals von dem Lichtstrahl erfasst. "Sobald das Cockpit getroffen wird, strahlt das überall hin", sagte der Pilot aus. Gott sei Dank habe sich der Heli in einer stabilen Lage befunden, als es zur Blendung kam. Bei einem zweiten Überflug traf der Lichtstrahl einen Beamten im hinteren Bereich der Maschine – hätte es den Piloten erwischt, hätte der Heli abstürzen können, so der Polizist.
Der Flight Operator konnte schließlich nach einiger Zeit über seinen Monitor den Verursacher am Boden entdecken – der Verdächtige stand inzwischen bei einem Punschstand. Als mehrere Polizisten auf den 33-Jährigen zukamen, "habe ich mir schon gedacht, dass ich was falsch gemacht habe mit dem Laser", so der Angeklagte. Auf die Frage, wer einen Laser hat, gab der Rumäne alles zu.
Trotz seines Geständnisses und einer Entschuldigung bei der Besatzung des Fluggeräts wurde der Angeklagte zu zwei Jahren Haft verurteilt, davon acht Monate unbedingt. Der Strafrahmen lag bei bis zu zehn Jahren Gefängnis. Der Angeklagte und die Staatsanwältin nahmen sich drei Tage Bedenkzeit, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.