Der Fonds für eine Überbrückungsfinanzierung für selbständige Künstlerinnen und Künstler wird um zehn Millionen Euro auf insgesamt 150 Millionen Euro aufgestockt. Das hat der Nationalrat in seiner Sitzung in der Nacht auf Freitag beschlossen. Eingebracht hatten einen entsprechenden Antrag für weitere Corona-Hilfen für Künstlerinnen und Künstler die verantwortlichen Kultursprecherinnen Maria Großbauer (ÖVP) und Eva Blimlinger (Grüne).
Beide Politikerinnen gehen davon aus, "dass Veranstaltungen bis Ende des Jahres entfallen oder nicht in vollem Ausmaß stattfinden werden", hieß es aus dem Parlament. Deswegen werde von weiteren Einnahmenausfällen bei vielen Kunstschaffenden ausgegangen. Die Beschlussfassung im Nationalrat fiel schließlich einstimmig. Froh zeigte man sich darüber, dass trotz Einschränkungen nun wieder Veranstaltungen möglich sind.
Der Arbeitsmarkt für Künstlerinnen und Künstler sei leider noch "verzerrt", attestierte Kunst- und -Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. Manche Künstlerinnen und Künstler würden noch immer an coronabedingten wirtschaftlichen Schwierigkeiten leiden, so die Politikerin. Die Unterstützungsleistungen seien hier "eine verlässliche, unbürokratische und treffsichere Stütze".
Künstlerinnen und Künstler seien "sehr armutsgefährdet", sagte Katharina Kucharowits (SPÖ). Dies sei durch die COVID-19-Pandemie verstärkt worden. Die Abgeordnete forderte "Fair Pay" für diese Berufsgruppe ein. Die Förderungen könne man an die Einhaltung sozial- und arbeitsrechtlicher Bedingungen knüpfen, um unsichere Arbeitsbedingungen zu beenden, so Kucharowits.