"Koste es was es wolle" ist das Motto der Regierung in Zeiten der Coronakrise. Aber, wird der Staat dadurch jahrelang einen harten Sparkurs fahren müssen?
Ziemlich schnell stellte die Regierung ein milliardenschweres Hilfspaket für Wirtschaft und Bevölkerung zusammen. Bisher hat uns die Krise 11 Milliarden Euro gekostet, rechnete die Nationalbank vor. Es kommt eine Rezession und ein Staatsbudget im Minus. Aber, wie kann sich der Staat das jetzt plötzlich alles leisten? Werden wir jetzt jahrelang daran knabbern?
Hohe Schulden kein Problem?
Die genauen Kosten der Coronakrise können derzeit nur geschätzt werden. Einige Ökonomen meinen aber: So schlimm wird's gar nicht werden. Sie sagen im "Standard": Wir werden die höheren Ausgaben durch Corona in den kommenden Jahren kaum spüren.
Der Grund dafür ist durchaus kurios und hat mit den Staatsschulden zu tun. Viele alte Kredite laufen in den kommenden Jahren aus - dadurch wird sich der Staat viel ersparen. Denn für die auslaufenden Kredite, die vor 15 Jahren aufgenommen wurden, zahlen wir hohe Zinsen.
Zinsersparnis in Milliardenhöhe
Österreich wird das Geld, das wir damals gebraucht haben, nicht zurückzahlen, sondern neue Kredite (15 Mrd. Euro) aufnehmen, um die alten auslaufenden bedienen zu können. Durch die aktuell niedrigen Zinsen erspart man sich dabei in Summe Milliarden an Rückzahlungen.
Ein Beispiel: Bei den alten Krediten lagen die Zinsen bei 3,9 Prozent. Bisher hat Österreich so 600 Millionen Euro an Zinsen im Jahr bezahlt. Neue Kredite bekommt man aktuell mit nur 0,1 bis 0,2 Prozent Zinsen pro Jahr - Laufzeit zehn Jahre. Künftig müssen wir also "nur" mehr 30 Millionen Euro Zinsen jährlich zahlen. Die Ersparnis beträgt pro Jahr mehr als eine halbe Milliarde Euro.
Um das "Umschulden" der Staatskredite kümmert sich die Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA). Dort heißt es, dass sowohl im Jahr 2020 als auch im Jahr 2021 alte Kredite auslaufen.
Starkes Wirtschaftswachstum
Voraussetzung dafür, dass der Staatshaushalt mithilfe der Zinsersparnis relativ glimpflich durch die Coronakrise kommt, sind dauerhaft niedrige Zinsen. Diese legt die die Europäische Zentralbank fest, die Chancen dass sie niedrig bleiben stehen aber gut.
Hilfreich wird auch das starke Wirtschaftswachstum und eine moderate Inflation sein, die vorausgesagt werden. Auch dadurch könnte sich der Schuldenstand Österreichs (der sich freilich durch Corona erhöht) wieder abbauen.
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