Wie geht es mit AstraZeneca in Österreich weiter?

Die aktuelle Impfsituation in Österreich: Expertinnen informieren am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz - ohne den Gesundheitsminister, der erkrankt ist.
Die aktuelle Impfsituation in Österreich: Expertinnen informieren am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz - ohne den Gesundheitsminister, der erkrankt ist.apa/picturedesk ("Heute"-Montage)
Expertinnen gaben am Dienstag bei einer Pressekonferenz neue Infos zur Entwicklung der Corona-Schutzimpfung in Österreich bekannt. 

Wie geht es mit den Corona-Schutzimpfungen in Österreich voran? In Phase 1 wurden Bewohner von Pflegeheimen und Hochrisikopatienten geimpft, weiter geht es mit den restlichen über 80- und über 65-Jährigen sowie mit den Angehörigen kritischer Infrastruktur. Vor wenigen Tagen wurde begonnen, das Lehrpersonal zu impfen.

Wirbel um AstraZeneca

Zudem sorgte ein Todesfall einer 49-jährigen Krankenschwester für Aufregung. Die Mitarbeiterin aus dem Spital Zwettl starb nach der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff. Eine fehlerhafte Anwendung oder eine mögliche Verunreinigung des Impfstoffes wurden jedoch ausgeschlossen.

In Europa wurden jedoch weitere Fälle bekannt. Droht nun sogar das Aus für den Impfstoff? Gesundheitsminister Rudolf Anschober lud gemeinsam mit Katharina Reich (Chief Medical Officer), Maria Paulke-Korinek (Leiterin Impfatbeilung) und Christa Wirthumer-Hoche (AGES) zu einer Pressekonferenz, um über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.

Anschober erkrankt

Anschober konnte aber selbst nicht teilnehmen, er ist erkrankt. Wie seine Pressesprecherin erklärte, handelt es sich aber nicht um eine Corona-Infektion: "Der Minister wurde mehrfach getestet und die Ergebnisse waren negativ".

Katharina Reich  betonte zu Beginn, dass in Österreich mittlerweile weit über 800.000 Impfungen eingetragen sind. In den nächsten Tagen wird die Million überschritten. Zudem gebe es einen deutlichen Rückgang bei Infektionen in Alten- und Pflegeheimen. Somit sind bald Änderungen bei den Besuchsregeln möglich.

Einen exponentiellen Anstieg bei den Infektionszahlen sieht Reich nicht. Man müsse aber alles versuchen, damit die Zahlen nicht weiter steigen. Dabei sind neben den Impfungen auch die Tests ein wichtiges Instrument. 

Maria Paulke-Korinek, Leiterin der Impfabteilung erinnerte daran, dass man sich vorerst vor allem noch an die nicht-pharmazeutischen Maßnahmen (Hände waschen, Maske, Abstand) halten müsse. Sie berichtete über die Wirksamkeit der Impfstoffe. Man könne die Impfstoffe nicht miteinander vergleichen.

Bei Astra Zeneca habe man nun die Empfehlung für alle über 18 aussprechen können. Sie betonte, dass alle Impfstoffe effizient und wirksam seien. Wer geimpft sei, müsse sich nicht vor Tod und Krankenhausaufenthalten fürchten. Die Ärztin wies aber auf Impfreaktionen hin, wie etwa Fieber oder Kopfschmerzen. Diese würden aber nach wenigen Tagen wieder abklingen.

Kein kausaler Zusammenhang bei Todesfällen

Christa Wirthumer-Hoche, Geschäftsfeldleiterin der AGES Medizinmarktaufsicht, betonte, dass Nebenwirkungen gemeldet werden sollen. Weiters sprach sie die Fälle aus Zwettl an. Bei Todesfällen sei es laut ihren Angaben nie zu kausalen Zusammenhängen gekommen. Nachdem eine Krankenpflegerin verstorben ist, werde eine weitere Mitarbeiterin im Spital behandelt. Sie ist auf dem Weg der Besserung.

Die verwendete Impf-Charge werde nun nicht mehrverwendet. Die Charge habe eine Million Dosen ausgemacht und wurde an 17 Länder ausgeliefert. Die Staaten hätten aber rasch reagiert.

Zulassung von Johnson & Johnson erwartet

Zudem gebe es bereit einen nächsten Impfstoff in den Startlöchern. Bei Johnson & Johnson wird in den nächsten Tagen ein positives Gutachten erwartet. Bei diesem Impfstoff würde man nur eine Dosis brauchen. Mit Lieferungen von Johnson & Johnson rechne man im April.

Im März werden 471.510 Dosen Pfizer/Biontech, 123.600 von Moderna und 350.000 von Astra Zeneca geliefert. Das Vertrauen in AstraZeneca müsse wieder aufgebaut werden, der Impfstoff sei gut, betonte Wirthumer-Hoche. Die schweren Gerinnungsstörungen, wie sie bei den Krankenpflegerinnen in Zwettl aufgetreten sind, wurden bei den Nebenwirkungen bisher noch nicht erwähnt. Der Impfstoff sei ein wichtiger Bestandteil der Impfstrategie.

Ob es eine Zulassung für den Sputnik-Impfstoff geben wird, ist offen. Es gibt keinen Kauffvertrag der EU mit Russland und auch erst eine Liefermöglichkeit ab Juni. Es gelten hier die gleichen Voraussetzungen wie für alle anderen Impfstoffe.

Derzeit gebe es nicht genügend Impfstoffe, um diesen frei wählen zu können, erklärt Paulke-Korinek. Das liege auch an der Logistik. Zu einem späteren Zeitpunkt werde es aber größere Mengen geben. Jeder der, die Möglichkeit hat, sich impfen zu lassen, solle das tun.

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