Märkte: Am Samstag auch Gemüse auf Parkspuren

Ulli Sima (SPÖ) informiert via Livestream über neue Sicherheitsmaßnahmen für die Wiener Märkte.
Ulli Sima (SPÖ) informiert via Livestream über neue Sicherheitsmaßnahmen für die Wiener Märkte.Bild: Screenshot

Um die Einhaltung des Sicherheitsabstandes auf Wiens Märkten zu garantieren, schafft das Marktamt nun mehr Platz. Etwa auf nicht genutzten Schanigärten oder Parkspuren.

Die Wiener Märkte seien für die Grundversorgung der Wiener mit frischem Obst und Gemüse sowie anderen Lebensmitteln von entscheidender Bedeutung. Zudem leisten sie eine wesentliche Entlastung der Supermärkte, betonte die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Freitag in einer Pressekonferenz, die via Facebook- Livestream übertragen wurde. "Heute" war aus dem Home Office dabei.

Sperre zusätzlicher Flächen für Bauernmärkte am Samstag

Wie Sima betonte, wurden bereits vergangene Woche tausende Hinweisschilder auf den insgesamt 22 Wiener Detail- und Wochenmärkten angebracht, die zur Einhaltung des Sicherheitsabstandes von zumindest einem Meter mahnen. Zudem wurde das Personal massiv aufgestockt, auch andere Abteilungen helfen den Kollegen vom Marktamt Wien. Auch mit Megaphonen und durch die enge Kooperation mit der Grätzlpolizei werden die Marktbesucher auf die nötigen Sicherheitsabstände aufmerksam gemacht.

Weil das aber - gerade am Samstag, den viele Wiener für einen Marktbesuch nutzen - nicht immer ganz einfach ist, schafft die Stadt nun mehr Platz auf den Märkten. So bekommt der Brunnenmarkt in Ottakring - der längste Straßenmarkt Europas - eine neue Einbahnregelung, die die Besucher im Sicherheitsabstand an einander vorbei leitet.

Daneben greife die Stadt nun auch auf Flächen zu, die bisher nicht für Marktzwecke genutzt werden durften, erklärt Marktamt-Leiter Andreas Gutheil. Dazu zählen etwa Schanigärten, die derzeit wegen der Sperre der Lokale ohnehin nicht genutzt werden können oder Parkspuren. "Das gilt jeweils nur für den Samstag, weil das der stärkste Markttag der Woche ist. Es ist aber keine fixe Maßnahme", stellt Sima klar.

Morgen tritt die Maßnahme erstmals in Kraft, danach soll evaluiert werden, um zu sehen, wie erfolgreich sie war. "Ich kann mir aber vorstellen, dass wir das nächsten Samstag auch so machen", so Gutheil.

Marktstände reduziert oder auf andere Märkte versetzt

Zudem wurde auf den Märkten die Anzahl der Marktstände reduziert. Am Karmelitermarkt (Leopoldstadt) oder dem Meislmarkt (Rudolfsheim-Fünfhaus) sind es derzeit um etwa ein Drittel weniger. "Wir weisen aber niemanden ab. Die Marktflächen in Wien sind groß genug, damit jeder Standler, der Handel betreiben will, das auch kann", betont Gutheil.

Wenn auf einem Markt zuwenig Platz sei, dann würden die Marktstandler an einen anderen Markt verwiesen. Das würde durch die Standler auch gerne angenommen, so Gutheil.

Obst und Gemüse vom Markt online bestellen

Um in Zeiten der Corona-Krise vor allem älteren Personen das Einkaufen zu erleichtern, bieten viele Wiener Marktstandler nun auch einen Lieferservice an. Eine Auflistung dazu findest du auf der Webseite des Marktamt Wien.

Das sind die zusätzlichen Maßnahmen für Samstag:

• Am Karmelitermarkt (Leopoldstadt) wurde zusätzlich die Haidgasse gesperrt, um zusätzlichen Platz für den Bauernmarkt zu schaffen

• Am Rochusmarkt (Landstraße) und am Schlingermarkt (Floridsdorf) wurde je eine Parkspur gesperrt, sodass dort eine Ausweichmöglichkeit für den Bauernmarkt geschaffen wurde.

• Am Naschmarkt (Mariahilf) werden die freien Flächen, auf denen normalerweise Textilhandel betrieben wird, für den Bauernmarkt genutzt.

• Am Viktor-Adler-Markt (Favoriten) werden ebenfalls die freien Flächen, auf denen normalerweise Textilhandel betrieben wird, für den Bauernmarkt genutzt und es gibt Sperren von öffentlichem Grund rund um den Adler-Platz. In der Leibnizgasse sind statt 60 Bauernmarktständen nur noch 13 vorhanden, die restlichen Stände wurden auf Bereiche am Adler-Platz bzw. in die Senefeldergasse aufgeteilt. Marktamtsmitarbeiter und Grätzelpolizei weisen auf den Sicherheitsabstand hin.

• Am Hannovermarkt (Brigittenau) werden die konsumfreien Freiflächen zusätzlich für die Bauernmärkte genutzt.

• Am Brunnenmarkt (Ottakring) wird am Yppenplatz die Fläche, die normalerweise für Schanigärten zur Verfügung steht, vom Bauernmarkt mitbenutzt und auch auf der Piazetta bzw. in die Brunnengasse aufgeteilt. Und es gibt eine spezielle Maßnahme: Die Brunnengasse selbst wird als Einbahn geführt - von der Thaliastraße kommend Richtung Yppenplatz.

Sechs Marktamtsmitarbeiter sind mit Megaphonen vor Ort im Einsatz. Gemeinsam mit der Grätzlpolizei wird der Sicherheitsabstand kontrolliert. Bei jeder Querung sind Hinweisschilder zur Einbahnregelung aufgestellt.

Mehr Marktfläche für weniger Besucher in Corona-Zeiten

Wiens beliebtester und meistbesuchter Markt, der Brunnenmarkt in Ottakring, freut sich im März normalerweise über rund 20.000 Besucher pro Woche. Eine aktuelle Frequenzzählung des Marktamtes zeigt einen Rückgang um 50 Prozent seit Ausbruch der Corona-Krise auf nunmehr 10.000 Besucher pro Woche.

An den Samstagen, der frequenzstärkste Wochentag, waren seither maximal 3.000 Menschen am Markt. Umgelegt auf die Fläche des Brunnenmarktes von 12.000 Quadratmeter, sind das vier Quadratmeter pro Besucher. Unter der Woche ist das Verhältnis bei weniger Besuchern naturgemäß noch besser. Daher rät Sima, wenn möglich, die Märkte auch unterhalb der Woche aufzusuchen und einzukaufen - darüber freuen sich dann auch die Marktstandler.

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