Oberösterreich

Zu viele Corona-Tote – Leichen liegen im Spital am Gang

Corona-Tragödie im Land: In Salzburg müssen Ärzte bei einer Triage über Leben und Tod entscheiden, in Oberösterreich gehen Spitäler vor Leichen über.

Rene Findenig
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"Leichen auf den Gängen": Lauter könnte der Hilfeschrei der Spitäler nicht mehr sein.
"Leichen auf den Gängen": Lauter könnte der Hilfeschrei der Spitäler nicht mehr sein.
Nathan Howard / AFP Getty / picturedesk.com

Noch immer wollen viele nicht wahrhaben, wie dramatisch die Corona-Situation in Österreich tatsächlich ist. Gleichzeitig sind Mediziner landesweit am Ende: In Salzburg müssen künftig Ärzte wegen einer Triage darüber entscheiden, wer behandelt wird und wer nicht – also wer vielleicht leben darf und wer wahrscheinlich sterben muss. Nun kommen neue Schreckensnachrichten aus Oberösterreich: Dort sterben so viele Corona-Patienten, dass die Pathologie nicht nachkommt. 66 Corona-Kranke starben von Freitag bis Mittwoch in Oberösterreich.

Die APA hat mit einer Insiderin eines oberösterreichischen Spitals gesprochen: Alleine in der Nacht auf Montag seien so viele Patienten gestorben, dass man am Limit war. "Die Leichen mussten wegen Überfüllung am Gang abgestellt werden", so Pflegefachkraft Monika, deren Name von der Agentur geändert wurde, um ihre Anonymität zu wahren. Das Personal sei psychisch am Ende: "Keiner draußen kann sich vorstellen, was das bedeutet", so die Pflegerin.

"Corona-Tote steckst du nackt in einen luftdicht verschlossenen Plastiksack, zippst zu und das war's."

Ihr Job sei es, die an Verstorbenen nach dem Tod noch so herzurichten, dass Angehörige einen würdigen Abschied bekommen könnten. Doch bei Corona sei das wegen der hochinfektiösen Leichen nicht möglich: "Corona-Tote steckst du nackt in einen luftdicht verschlossenen Plastiksack, zippst zu und das war's." Immer mehr Stationen müssten geschlossen werden, das Personal werde dringendst auf den Corona-Abteilungen gebraucht, so die Pflegefachkraft.

"Es brennt und du nimmst keinen Feuerlöscher, sondern Benzin", sagt sie zu den momentan getroffenen Maßnahmen. Schon vor Corona sei man knapp besetzt gewesen, nun sei man so weit: "Mit Covid schwimmen wir total." Und es müsse bereits entscheiden werden, wer leben darf und wer sterben muss: Eine betagte Frau musste abgewiesen werden, obwohl sie nur noch 50 Prozent Sauerstoffsättigung aufgewiesen habe. Zum Glück habe die Dame den Kampf für sich entscheiden. Was sie zudem sagt: Sie wolle keinen Bonus, sie wolle nur ihr Leben zurück. Immer mehr ihrer Kollegen würden an Kündigung denken und sogar auf Abfertigung verzichten, nur um dem Corona-Horror zu entkomen.

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    picturedesk.com; "Heute"-Montage