Corona macht Kinder zu Waisen

Der Verlust eines nahestehenden Familienmitglieds trifft Kinder schwer.
Der Verlust eines nahestehenden Familienmitglieds trifft Kinder schwer.Getty Images/iStockphoto
Bis zu 1,5 Millionen Kinder weltweit verloren laut Studie als Folge der Coronavirus-Pandemie mindestens ein Elternteil oder eine Betreuungsperson.

Rund 1,1 Millionen Kinder weltweit haben als Folge der Coronavirus-Pandemie mindestens ein Elternteil oder ein für sie sorgendes Großelternteil verloren. Rechne man weitere im Haushalt wohnende ältere Angehörige noch hinzu, hätten sogar mehr als 1,5 Millionen Kinder eine Betreuungsperson verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie vom Imperial College in London, die im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurde.

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Die Hochrechnung gelte für den Zeitraum März 2020 bis April 2021. Als Grundlage verwendeten die Forscher Daten zu Sterbe- und Geburtenraten, um Mindestschätzungen von COVID-19-assoziierten Todesfällen von primären oder sekundären Bezugspersonen für Kinder unter 18 Jahren in 21 Ländern treffen zu können. Eltern und sorgeberechtigte Großeltern galten dabei als primäre Bezugspersonen und mitwohnende Großeltern oder ältere Verwandte (im Alter von 60-84 Jahren) als sekundäre Betreuungspersonen.

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Es starben mehr Mütter als Väter

Die Forscher schätzen, dass zwischen dem 1. März 2020 und dem 30. April 2021 weltweit 1.134.000 Kinder den Tod von primären Bezugspersonen, einschließlich mindestens eines Elternteils oder sorgeberechtigten Großelternteils, erfahren haben. 1.562.000 Kinder erlebten den Tod von mindestens einer primären oder sekundären Bezugsperson.

Die Zahl der durch die Pandemie zu Halbwaisen und Waisen gewordenen Kinder sei bezogen auf die Bevölkerungszahl unter anderem in Südafrika, Mexiko, Brasilien und Kolumbien besonders hoch. Die Zahl der Kinder, die Väter verloren hätten, sei zwei bis fünfmal so hoch, wie die Zahl der Kinder, die Mütter verloren hätten.

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Versteckte Pandemie

"Verwaisung und der Tod von Pflegepersonal ist eine versteckte Pandemie, die aus COVID-19-assoziierten Todesfällen resultiert, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie. Die Beschleunigung der Bereitstellung von Impfstoffen ist der Schlüssel zur Prävention. Psychosoziale und wirtschaftliche Unterstützung kann Familien dabei helfen Familien helfen, Kinder ohne Bezugspersonen aufzuziehen, und dazu beitragen, dass eine Heimunterbringung vermieden wird", heißt es als Fazit in der Studie.

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