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Corona-Mutante grassiert an Österreichs Grenze

Ende Jänner wurde die brasilianische Mutante P.1 erstmals in Deutschland nachgewiesen – nun sind in Bayern schon an die 60 Personen damit infiziert.
Rene Findenig
31.03.2021, 09:41

Nach der britischen Variante, die mittlerweile auch in Österreich das Geschehen dominiert, scheint sich nun auch die erstmals in Brasilien aufgetretene Corona-Variante P.1 in Deutschland auszubreiten. P.1 wurde bisher in 28 Ländern nachgewiesen und gilt unter Experten als sogenannte "variant of concern", also als besorgniserregend, weil sie ansteckender ist und sich deutlich rascher ausbreitet als die klassische Variante des Virus.

Wie "Focus" berichtet, könnte es sogar die bislang gefährlichste Art von Corona sein. P.1 soll eine um das 1,4 bis 2,2-fach höhere Übertragungsrate haben als die Ur-Variante. Zudem wird vermutet, dass sie zu mehr Todesfällen führt. Im Januar wurde in Hamburg der erste Fall einer Infektion mit P.1 festgestellt. Diese Woche wurde bekannt, dass im süddeutschen Bundesland Bayern bereits mindestens 57 Fälle aufgetreten sind.

Was P.1 so gefährlich macht

Dies macht den Forschern Sorge – in Brasilien hat die Mutante den Wildtyp des Virus bereits weitgehend verdrängt. Was P.1 so gefährlich macht ist neben der erhöhten Ansteckungsgefahr auch, dass sich vermutlich bereits zuvor an Corona Erkrankte erneut damit infizieren können. Wie BR24 das Robert-Koch-Institut zitiert, geht die Wissenschaft derzeit davon aus, dass die neutralisierenden Antikörper bei P.1 weniger wirksam sind.

In Manaus, wo das Virus besonders heftig wütete und bis zum Oktober 2020 drei Viertel der Bevölkerung infiziert waren, kam es trotz Herdenimmunität zu einer dritten Welle. Zudem ist noch unklar, wie gut die derzeit verfügbaren Vakzine gegen P.1 wirken. Offenbar schützen die Präparate von AstraZeneca und Biontech aber besser vor dem Virus als bisher angenommen, wie eine kürzlich publizierte Studie der Universität Oxford besagt.

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