Kanzler Kurz appelliert: "Bleiben Sie bitte zuhause"

"Heute" erreichte Sebastian Kurz Samstagabend telefonisch zu einem Interview. Der Kanzler stellte in dem Gespräch klar, dass es derzeit nur drei Gründe gibt, außer Haus zu gehen …

"Heute": Viele Menschen waren am Samstag noch in der Öffentlichkeit zu sehen, etwa beim Einkaufen. Hätte man die Maßnahmen nicht früher setzen sollen?

Sebastian Kurz: Je früher man drastische Maßnahmen setzt, desto besser ist es. Wir sind sicherlich unter den drei Ländern in Europa, die am allerschnellsten reagieren. Jeder muss jetzt schon alle sozialen Kontakte, die vermeidbar sind, auf ein Minimum reduzieren. Ich bin froh, dass es gelingt, Österreich auf Notbetrieb herunterzufahren, aber gleichzeitig die Sicherheit, die Lebensmittelversorgung und die Grundpfeiler unseres Zusammenlebens aufrecht zu erhalten. Wir sind im Land ein Team, jeder muss seinen Beitrag leisten. Für manchen Menschen bedeutet es in bestimmten Bereichen, besonders hart zu arbeiten, über die eigene Leistungsfähigkeit hinauszugehen. Für die Masse der Menschen bedeutet es Einschränkung, Verzicht, die Reduktion auf das wirklich Notwendigste, denn Fakt ist: Jeder Einzelne kann den wichtigsten Beitrag leisten.



"Heute": Bereits nach einem Wochenende fällt schon vielen unserer Leser die Decke auf den Kopf. Wie soll man die Freizeit mit den Kindern in den kommenden Wochen gestalten?

Sebastian Kurz: Bitte kein Freizeitprogramm. Wir müssen Österreich auf den Notbetrieb reduzieren. Nicht auf Dauer, aber für einige Wochen, damit wir nach Ostern wirtschaftlich, aber auch gesellschaftlich und sozial wieder auferstehen können. Das bedeutet für die nächste Zeit: Bleiben Sie zu Hause. Es gibt nur drei Gründe, hinaus zu gehen. Erstens, die Arbeit oder der unaufschiebbare Dienst. Zweitens, notwendige Besorgungen. Drittens, andere Menschen zu unterstützen, die sich nicht selbst helfen können. Darüber hinaus gibt es keinen Grund, das Haus zu verlassen. Auch für diese Bereiche gilt: Geben Sie niemandem die Hand, halten Sie Abstand und bleiben Sie auf Distanz. Nicht, weil wir unsere Mitmenschen nicht gerne haben, sondern gerade weil wir sie gern haben.



"Heute": Wie bereiten sich Regierung und Krisenstab eigentlich auf einen Coronafall vor?

Sebastian Kurz: Wir haben einen Notfallplan, der sicherstellt, dass die zuständigen Regierungsmitglieder und der gesamte Einsatzstab ihre Arbeit isoliert, aber unter voller Handlungsfähigkeit hier im Kanzleramt fortsetzen können.

"Heute": Haben Sie zuletzt noch jemandem die Hand geschüttelt?

Sebastian Kurz: Das ist gefühlt schon sehr lange her. So stark die Umstellung ist, es ist das einzig Richtige, was man in der Zeit tun kann. Jeder soziale Kontakt ist ein Risiko, nicht nur für einen selbst, sondern vor allem auch für die Menschen, die einem wichtig sind, die einem am Herzen liegen. Für die eigene Familie und da ganz besonders für die Eltern- und Großelterngeneration.

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