Heer wird im Mai zur Polizei – "Mein Koffer ist gepackt"

Christoph Schöfbeck (28): "Will dem Land dienen"
Christoph Schöfbeck (28): "Will dem Land dienen"Bild: privat
Corona in Österreich – erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg werden Milizsoldaten eingezogen. 3.000 des 25.000 Mann starken Kaders rücken am 4.5. ein und sollen ab Ende Mai die Polizei entlasten.
"Es macht mich stolz, bald einen Beitrag für die Gesellschaft leisten zu können", sagt Christoph Schöfbeck im "Heute"-Telefonat. "Es ist eine große Ehre, dem Land dienen zu dürfen – dafür habe ich mich ja auch damals zur Miliz gemeldet." Der 28-jährige Risikomanager einer Versicherung ist einer von derzeit rund 25.000 Miliz-Soldaten im Land und könnte im Mai vom Bundesheer eingezogen werden. Erstmals in der Zweiten Republik werden vorerst nämlich 3.000 Miliz-Soldaten einberufen, um einen sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz zu leisten.

Einberufung bis 10. April

Seinen Grundwehrdienst hat der Wiener 2009 bei der Fliegerabwehr in Langenlebarn (NÖ) abgeleistet, danach jährliche Übungen besucht. Ob er nun zum Zug kommt, weiß er noch nicht definitiv: "Ich bin aber vorbereitet, mein Koffer ist gepackt", erzählt er. Bis zum 10. April wird Schöfbeck im Fall der Fälle einen Einberufungsbefehl erhalten: "Dann zeigt sich, ob ich ausgewählt wurde." Jene 3.000 Mann rücken dann am 4.5. ein und würden per Ende Mai die Berufssoldaten und Grundwehrdiener, die derzeit die Polizei unterstützen, entlasten.



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Stationiert wäre Schöfbeck in der Erzherzog-Johann-Kaserne in Strass (Stmk.): "Eine dreimonatige Trennung von meiner Freundin wäre zwar etwas Neues, zumal wir noch nicht wissen, ob wir dazwischen überhaupt nachhause dürfen. Ich muss mich erst gedanklich darauf einstellen, aber meine Partnerin und ich haben das besprochen und sie findet den Gedanken schön, dass ich der Gesellschaft etwas zurückgeben kann", erzählt der junge Mann.



Schöfbeck mit einem Kameraden (Foto: privat)



Polizisten im Mai auf Urlaub

Dass die Miliz erst im Mai loslegt, ist übrigens nicht zwingend als Hinweis auf länger andauernde Ausgangsbeschränkungen zu werten. Gegenüber "Heute" hieß es: "Die Polizisten haben derzeit Urlaubssperren und arbeiten beinahe rund um die Uhr – die müssen dann auf Urlaub gehen. Das Heer wird zwar keine kriminalpolizeilichen Ermittlungen durchführen, kann sonst aber die Aufgaben der Polizei eigentlich 1:1 übernehmen..."

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