Partys, Attacken – Corona-Exzesse mitten in Wien

Polizei-Einsatz gegen Demonstranten - hier ein Archivfoto.
Polizei-Einsatz gegen Demonstranten - hier ein Archivfoto.ALEX HALADA / picturedesk.com
Hunderte Corona-Anzeigen nach Polizei-Kontrollen: Vor allem immer mehr Jugendliche pfeifen auf die Maßnahmen.

Die Wiener Polizei stellte in den vergangenen Tagen fest, dass es in einigen Bereichen der Stadt laufend zu massiven Verstößen gegen die Bestimmungen zur Eindämmung der COVID-Pandemie kommt. Aus diesem Grund verstärkt die Polizei die Kontrolltätigkeit: Beamte des Stadtpolizeikommandos Innere Stadt, der Bereitschaftseinheit und der Ordnungsdiensteinheit führten am Samstagabend eine Schwerpunktaktion in der Wiener Innenstadt durch.

228 Anzeigen

Rund 85 Beamte kontrollierten von 17:00 Uhr bis 20:00 Uhr den Stephansplatz, sowie Graben und den Schwedenplatz, ob dort die Corona-Regeln eingehalten werden. Die Beamten führten 365 Identitätsfeststellungen durch, zeigten 228 Personen nach der COVID-Verordnung und zwei Personen auf Grund strafrechtlicher Übertretungen an. 96 Organstrafmandate wurden wegen Nichteinhaltung des Mindestabstandes verhängt.

Jugendliche verabreden sich via Social Media

Besonderes Augenmerk galt erneut bestimmten Jugendgruppierungen, die – via Social-Media verabredet – strafrechtliche Handlungen begehen und überwiegend die COVID-Verordnung ignorieren. Im Zuge einer Identitätsfeststellung kam es zu einem Widerstand eines 15-jährigen österreichischen Staatsbürgers. Der 15-Jährige verletzte mit Tritten und Schlägen drei Beamte und wurde anschließend festgenommen. Zwei Beamte wurden leicht verletzt, der dritte Polizist musste auf Grund der Verletzungen vom Dienst abtreten. Der 15-Jährige wurde wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung und des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt.

Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Tage wird die Wiener Polizei weiterhin derartige Schwerpunktkontrollen in der Wiener Innenstadt durchführen. Die Polizei appelliert an die Wiener Bevölkerung, trotz der freundlichen Wetterbedingungen nicht auf die wichtigen Schutzmaßnahmen zu vergessen.

100 Partygäste flüchten vor der Polizei

Ein weiterer Einsatz endete mit zahlreichen Anzeigen, als die Polizei zu einer Party in einem Studentenwohnheim im 20. Bezirk gerufen wurde. Geschätzte 100 Partygäste versuchten beim Eintreffen der Beamten zu flüchten. Elf Personen wurden angehalten und angezeigt.

Nehammer kritisiert Angriffe scharf

"Die Missachtung der notwendigen Beschränkungen durch einige Wenige gefährdet die Bemühungen vieler Menschen in unserem Land zur Eindämmung der Pandemie. Der Angriff auf Polizistinnen und Polizisten ist besonders in einer Zeit besonderer Herausforderungen ein Zeichen von besonderer Respektlosigkeit“, so Innenminister Karl Nehammer.

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