Kostümbildnerin ernäht 3.000 Euro an Spenden

Mit selbst genähten Schutzmasken unterstützte die Wiener Kostümbildnerin Johanna Adlaoui Mayerl Hilfsorganisationen in Wien. Rund 3.000 Euro kamen zusammen.
Seit Montag ist das Einkaufen im Supermarkt nur mit bei Verwendung einer Mund-Nasenschutzmaske erlaubt, "Heute" hat berichtet.

Der Erlass der Bundesregierung gilt für alle Geschäftslokale mit einer Fläche über 400 Quadratmeter. Seit vergangener Woche werden daher beim Eintritt in - vielen, aber nicht allen Fällen - kostenlose OP-Schutzmasken an die Kunden verteilt. Diese werden aber derzeit auch im ohnehin überstrapazierten Gesundheitssektor dringend benötigt.

Geht es nach der Wiener Kostümbildnerin Johanna Adlaoui Mayerl (45), sollten diese OP-Schutzmasken tatsächlich nur für den Gesundheitsbereich zur Verfügung stehen. In ihrem Atelier nahe der Reinprechtsdorfer Straße (Margareten) fertigte sie daher eine Woche lang textile Alternativen an und verkaufte diese auf ihrer Facebook-Seite gegen eine freiwillige Spende.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Mund-Nasenschutz-Masken aus Stoff sind nicht nur stylischer als die OP-Maske, sondern unterstützen obendrein Organisationen, wie in der gegenwärtige Krise auf jede Hilfe angewiesen sind. Dazu zählen etwa das Gesundheitszentrum Neunerhaus, Ärzte ohne Grenzen, das Caritas Sociales Hospiz Rennweg oder die Caritas.

"Medizinische Schutzmasken nicht im Supermarkt"



"Mir ist es ein Anliegen, dass die medizinische Schutz-Masken dort verwendet werden, wo es sinnvoll ist. Denn Schutz-Masken, die für den Einsatz im medizinischen Bereich und Pflege geeignet sind, sollen nicht im Supermarkt verwendet werden", so Adlaoui Mayerl.

In rund einer Woche nahm die Kostümbildnerin Bestellungen für rund 200 Masken entgegen, der Erlös - rund 3.000 Euro - ging an verschiedene Hilfsorganisationen. "Ich freue mich, dass das Projekt so gut angenommen wurde. Die Menschen spenden weit mehr für eine Maske als sie bezahlen würden, im Schnitt sind es 15 Euro pro Maske", so die Kostümbildnerin zu "Heute".



Unterstützung wurde die Näh-Aktion von den Wiener Neos. Auch die erste Großspende kam von dem pinken Bezirksrat Markus Österreicher. Durch seine Spende wurde der Ankauf von Versandmaterial und Zubehör möglich, sodass noch zahlreiche weitere Bestellungen folgen können.

"OP-Masken sollten Spitälern und Gesundheitseinrichtungen vorbehalten bleiben. Es kann nicht sein, dass in Pflegeheimen, Arztpraxen und Krankenhäuser der Atemschutz knapp wird und im Supermarkt ums Eck wird der Mund-Nasenschutz verteilt und landet zehn Minuten später im Müll. Das ist verantwortungsloser Umgang mit wichtigen Ressourcen. Wiederverwendbare Stoffmasken sind für den privaten Gebrauch wesentlich besser geeignet und können einfach selbstgemacht oder auch gekauft werden", unterstreicht der Gesundheitssprecher der Wiener Neos Stefan Gara.



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