Mann attackiert Frau und Polizei wegen Corona-Frust

Die Anwälte Nikolaus Rast und Mirsad Musliu vertreten den in Wien Inhaftierten.
Die Anwälte Nikolaus Rast und Mirsad Musliu vertreten den in Wien Inhaftierten.Bild: Helmut Graf
Blaulicht-Einsatz in Wien-Floridsdorf! Ein Mietwagenfahrer soll zuhause auf seine Partnerin und später auf die alarmierten Polizisten losgegangen sein. Motiv: Coronafrust. Er sitzt in Haft.
Das Coronavirus verändert unser Leben derzeit massiv. Es gibt einen neuen Rekord an Scheidungen im Land, der Alkoholkonsum in der Isolation nimmt zu– und leider auch häusliche Gewalt. Sonntagabend soll Samir B. zuhause in Wien-Floridsdorf die Nerven verloren und seine Frau geschlagen haben. Es kam zum Handgemenge, die Polizei musste anrücken.

In Justizanstalt eingeliefert

Doch der 24-Jährige ließ sich weiterhin nicht bändigen – und soll auch die Polizisten attackiert haben. Die Beamten nahmen ihn daraufhin wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt fest und brachten ihn in die Justizanstalt Wien-Josefstadt. In dem überfüllten Gefängnis, in dem es laut "Heute"-Infos auch bereits Corona-Verdachtsfälle gibt, sitzt Samir B. nun hinter Schloss und Riegel.

"Hand ausgerutscht"

"Mir tut das alles fürchterlich leid – ich weiß auch nicht, wie es dazu kommen konnte. Aber die Corona-Krise macht etwas mit uns", lässt der Verdächtige über seine Anwälte Nikolaus Rast und Mirsad Musliu ausrichten. Wegbrechende Einnahmen als Mietwagenfahrer, die finanzielle Unsicherheit und Lagerkoller aufgrund der Isolation daheim hätten ihn ausrasten lassen. "Ein Wort ergab das andere – aber ich wollte natürlich niemanden ernsthaft verletzen. Leider habe ich mich von meinen Emotionen leiten lassen und mir ist die Hand ausgerutscht", so der junge Mann, für den die Unschuldsvermutung gilt.

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"Unser Klient ist bestimmt kein schlechter Mensch. Gewalt gegen Frauen geht natürlich gar nicht – das haben wir dem jungen Mann auch klipp und klar gesagt. Wir sind uns aber sicher, dass er durch den Freiheitsentzug seit Sonntag seine Lektion gelernt hat. Wir werden einen Enthaftungsantrag bei der Justiz stellen", so die beiden Wiener Top-Juristen Nikolaus Rast und Mirsad Musliu im "Heute"-Gespräch.



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