Corona-Explosion, 20.000 Tote – so ist die Lage in Österreich

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) bei seinem Corona-Lageupdate am 22. Juni 2022.
Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) bei seinem Corona-Lageupdate am 22. Juni 2022.TOBIAS STEINMAURER / APA / picturedesk.com
Die massiv steigenden Corona-Zahlen sind Mittwoch auch Thema im Ministerrat. Gesundheitsminister Johannes Rauch macht dazu eine klare Ansage.

Schon für 9 Uhr hatte die Bundesregierung am heutigen Mittwoch ihren Ministerrat anberaumt. Kurz davor, bei einem sogenannten "Doorstep", trat aber noch Gesundheitsminister Johannes Rauch vor die Presse. Die wieder massiv steigenden Corona-Zahlen bereiten offenbar Sorge, dass ein normaler Sommer vielleicht doch nicht möglich wird. 

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Kommen etwa neue Maßnahmen? Bringt Rauch die Maskenpflicht früher zurück? Im Vorfeld des Medientermins gab man sich im Gesundheitsministerium verschlossen. "Heute" berichtete an dieser Stelle ab 8.45 Uhr LIVE:

Kein Gipfel in Sicht

Gleich zu Beginn lässt der Gesundheitsminister die Zuhörer aufatmen. Es werden nicht plötzlich neue Corona-Regeln eingeführt!

Der jetzige Anstieg der Zahlen sei innerhalb der Prognosen der Experten, sagt Rauch. Aber: "10.000 bis 15.000 [tägliche Neuinfektionen] werden nicht der Peak sein", warnt er. Das würde Österreich schon nächste Woche erreichen. "Wie weit das raufgeht, ist noch offen. Ich weiß es nicht, das traue ich mich nicht sagen". 

Mit harten Maßnahmen will er aber noch zuwarten: "Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen sehe ich jetzt derweil nicht. Absonderung und Quarantänemanagement, ja". 

In Summe habe die Corona-Pandemie in Österreich bereits über 20.000 Todesopfer gefordert.

Leben mit Covid

Spätestens im Herbst müssten wir aber wieder damit rechnen, Maske zu tragen. "Wir gehen davon aus, dass wir im Herbst / Winter europaweit mit weiteren Wellen zu rechnen haben. Es wird darum gehen, nach zwei Jahren Pandemie aus dem Krisenmodus zu kommen und mit dem Virus zu leben", betont der Gesundheitsminister. Ein Leben mit Covid bei gleichzeitigem Schutz für vulnerable Gruppen müsse möglich werden.

Beim Variantenplan für den Herbst gibt es vier Szenarien. "Alles easy, alles leicht, werden wir nicht haben", sagt Rauch. Aber auch das Extremszenario mit einer hoch pathogenen Variante werde vermutlich nicht eintreffen. Am wahrscheinlichsten sei, dass BA.4 und BA.5 dominant bleiben.

"Gesundheit ist nicht Abwesenheit von Covid"

Die sich aktuell ausbreitenden Varianten BA.4 und BA.5 würden es aufgrund der geringen Sterblichkeitsrate ermöglichen, einen solch offeneren Kurs einzuschlagen. Rauch setzt deshalb weiter auf die Eigenverantwortung der Bürger, da die Belastung sowie psychischen und physischen "Kollateralschäden" in den letzten beiden Jahren hoch waren: "Gesundheit ist nicht nur die Abwesenheit von Covid".

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