Experte warnt – Urlauber haben Corona im Gepäck

Hans-Peter Hutter empfiehlt nach dem Urlaub umgehend einen Test und davor schon zur Vorsicht.
Hans-Peter Hutter empfiehlt nach dem Urlaub umgehend einen Test und davor schon zur Vorsicht.Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com; ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Viele, die an den verlängerten Wochenenden auf Urlaub waren, sitzen jetzt mit Corona zu Hause. Ein Souvenir, wie Epidemiologe Hans-Peter Hutter sagt.

Die neuen Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 haben Österreich bald fest im Griff. Schon diese Woche sollen sie mit den laufend steigenden Zahlen – am Dienstag waren es bereits 7.281 Neuinfektioneninnerhalb von 24 Stunden – das Infektionsgeschehen dominieren. Ein Peak wird je nach Experte bereits im Juli, aber spätestens im August oder September erwartet. "Möglicherweise ein Souvenir", urteilt Hans-Peter Hutter, Facharzt der MedUni Wien, im Gespräch mit "Heute", nach drei langen Wochenenden und mit Blick auf den Sommer.

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Die Problematik sieht der Epidemiologe keinesfalls im Reisen selbst, sondern in den gänzlich aufgehobenen Maßnahmen. "Es gilt derzeit weder der Grüne Pass, noch sonst irgendeine Maßnahme, die zur Virus-Eindämmung unter Reisenden sinnvoll wäre", so Hutter. Die steigenden Zahlen und die damit auf uns zurollende Sommerwelle sei somit "selbstgestrickt".

Testen nach dem Urlaub

An die Eigenverantwortung könne man nicht appellieren, "weil die eine Gruppe setzt die Maßnahmen sowieso um und bei der anderen rennst du gegen Wände – Verordnung hin oder her". Sein Tipp für Urlauber ist dennoch: "Maske tragen, da, wo man auf viele Leute trifft und direkt nach der Rückkehr einen Test machen. So verschleppt man es nicht." Viele hätten nur leichte oder gar keine Symptome und würden deshalb eine Infektion mit den Coronavirus nicht bemerken und es munter weiterverbreiten.

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Das führe aufgrund der heruntergefahrenen Maßnahmen innerhalb Österreichs dazu, dass sich das Virus diffus in der Bevölkerung verbreiten könne, erklärt Hutter. Je mehr es zirkuliere und je mehr sich anstecken würden, umso höher sei auch die Möglichkeit für SARS-CoV-2, sich zu verändern und zu mutieren. "Das bedeutet einerseits viele werden krank und das ist ethisch einfach nicht vertretbar und andererseits kann sich das Virus dadurch sehr stark verändern, was eine wesentliche Stellschraube für die Zukunft ist." Damit wachse die Wahrscheinlichkeit für eine weitere hochinfektiöse Variante  und weitere Wellen.

Impfung und flankierende Maßnahmen

Die Lösung sei laut dem Facharzt einerseits die Impfung. "Alle, die erst zweimal geimpft sind, sollten sich raschest die 3. Impfung holen. Alle über 65 und Personen aus anderen Risikogruppen nach sechs Monaten den vierten Stich." Andererseits jedoch auch konstante, leicht umsetzbare Maßnahmen. "Man sollte konstant etwas unternehmen und dabei ein gesundes Mittelmaß mit einfachen Einschränkungen finden." Dadurch könne jeder tun was er wolle, allerdings mit "ein paar begleitenden oder flankierenden Maßnahmen." Hier sieht Hutter vor allem die Maskenpflicht  und den Grünen Pass  als ausschlaggebend.

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Problematisch sehe er allerdings das Wirrwarr an Maßnahmen, "wenn man bis Wien ohne Maske im Zug fährt und in Meidling die Maske aufgesetzt werden muss." Das würde die Regeln in ein schräges Licht rücken und ins Lächerliche ziehen. "Sie werden dadurch immer weniger ernst genommen und das ist ein nachhaltiger Schaden."

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