Corona-Zahlen steigen, jetzt auch noch Grippe-Alarm

Im heurigen Herbst droht wieder eine starke Grippewelle.
Im heurigen Herbst droht wieder eine starke Grippewelle.Getty Images
Ärzte und Experten warnen schon: Im heurigen Herbst droht neben der Corona-Pandemie zusätzlich eine Grippe-Welle.

Im vorigen Herbst, zum Höhepunkt der Corona-Pandemie, sorgten der Lockdown, Maskenpflicht und Abstandsregeln dafür, dass es praktisch keine Grippefälle in Oberösterreich gab.

Doch das könnte heuer ganz anders aussehen. Denn Ärzte und Experten warnen vor einer starken Grippewelle, die das Gesundheitssystem belasten wird, weil viele Menschen schwer erkranken könnten. Denn es gibt aktuell deutlich weniger Maßnahmen, die zu einer Reduzierung der Kontakte führen. Damit steigt aber das Ansteckungsrisiko.

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Und: Weil es im Vorjahr eben kaum Grippefälle gab, kam es, so ein Bericht der Medizinischen Uni Wien, zu keiner natürlichen Boosterung, sprich einem Aufbau von Antikörpern durch Kontakt mit dem Virus, bei uns Menschen.

Schwere Verläufe drohen

Das Problem: Es sei anzunehmen, dass Influenza das Risiko für eine schwere COVID-19-Verlaufsform erhöht und umgekehrt, so die Experten. Das beste Mittel, das zu verhindern, ist die Grippeimpfung.

"Die Grippeimpfung hat weltweit Millionen Mensch das Leben gerettet. Sie ist erprobt und wichtig. Und Experten sind sich sicher, dass es kein Problem ist, sich gegen Corona und gegen die Grippe impfen zu lassen", betont auch Oberösterreichs Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser gegenüber "Heute".

Besonders empfohlen ist die Impfung für:

➤ Kinder und Jugendliche ab dem 6. Lebensmonat (besonders jene, die soziale Einrichtungen besuchen)

➤ Personen mit chronischen Erkrankungen, Menschen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr und noch nachdrücklicher ab dem vollendeten 65. Lebensjahr

➤ Gesundheits- und Pflegepersonal, Personal in Gemeinschaftseinrichtungen

➤ Schwangere Frauen und Frauen, die während der Influenzasaison schwanger werden wollen

➤ Stillende und Personen im Umfeld von Neugeborenen

Übrigens: Wie bei der Corona-Impfung, schützt die Grippe-Impfung nicht vor einer Infektion, sie verhindert aber schwere Krankheitsverläufe und verhindert, dass man andere Menschen, die möglicherweise nicht geimpft sind, ansteckt.

Influenzaviren verändern sich laufend. Daher ist eine jährliche Impfung mit angepasstem Impfstoff nötig. Die Grippeimpfstoffe für 2021/2022 enthalten drei oder vier von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die jeweilige Saison empfohlene Influenzavirus-Impfstämme: zwei Influenza A-Stämme und einen oder beide Vertreter der Influenza B-Linien. Die Verwendung von Influenza-Impfstoffen gegen vier Erreger-Typen ist von Vorteil, um eine breitere Abdeckung zu erzielen.

Dafür stehen in der kommenden Saison für Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr der Hochdosisimpfstoff "Efluelda" und für Personen ab dem vollendeten 65. Lebensjahr der adjuvierte Impfstoff "Fluad tetra" zur Verfügung. Beide Impfstoffe haben den Vorteil, dass in dieser Altersgruppe höhere Antikörperspiegel bewirkt werden.

Gratis-Impfung für Kinder

Die Influenza-Impfung steht für Kinder vom vollendeten 6. Lebensmonat bis zum vollendeten 15. Lebensjahr im Rahmen des kostenfreien Kinderimpfprogrammes zur Verfügung. Die beste Zeit, sich impfen zu lassen, ist Ende Oktober bis Anfang November.

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