Das synthetische Peptid namens "Solnatide" soll dem akutem Lungenversagen, wie es vom Coronavirus ausgelöst werden kann, entgegenwirken. Ein Patientenversuch läuft bereits.
Neue Hoffnung für Coronapatienten mit schwerem Krankheitsverlauf, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Ein vom Wiener Unternehmen Apeptico entwickeltes synthetisches Peptid, eine organische Verbindung, wird jetzt an der MedUni Wien an ersten Covid-19-Patienten getestet.
Bisherige klinische Daten von Coronapatienten hätten gezeigt, dass rund jeder fünfte Betroffenen an akutem Lungenversagen (Acute Respiratory Distress Syndrome, ARDS) leidet.
"Unsere Hoffnung ist, dass die durch das Coronavirus ausgelösten Lungenerkrankungen mit dem neuen Wirkstoff leichtere Verläufe zeigen", erklärt Studienleiter Markus Zeitlinger. Getestet wird nun an insgesamt 40 Probanden mit Covid-19, die Hälfte bekommt das Medikament, die andere wird einer Placebo-Kontrollgruppe zugeordnet.
"Solnatide", direkt in Form eines flüssigen Aerosols in die unteren Atemwege eingebracht, soll die Dichtheit der Lungenmembranen wiederherstellen, das Austreten von Blut und Flüssigkeiten aus den Kapillaren verringern und dem auftretenden Lungenödemen im Zuge von akutem Lungenversagen (ARDS) entgegenwirken. Zusätzlich zu diesem Effekt wirke Solnatide weiteren Komplikationen entgegen, die häufig bei Lungenversagen beobachtet werden, so die Forscher.
"Sollte der Wirkstoff erfolgreich sein, setzen wir auf ein beschleunigtes Bewilligungsverfahren durch die Zulassungsbehörden", so Zeitlinger abschließend. Die Studie wird im Rahmen des sogenannten "Corona Emergency Calls" von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanziell unterstützt.