Costa Concordia hat in Genua-Hafen angedockt

Am Mittwoch trat die Costa Concordia ihre letzte Reise durch das Mittelmeer an. In der Nacht zum Sonntag wurde Genua erreicht. Der Konvoi aus dem Kreuzfahrtschiff sowie mehreren Schleppern und Begleitbooten kam in der Früh vor der Hafeneinfahrt an und wurde im Tagesverlauf vor tausenden Schaulustigen in den Hafen zum Abwracken befördert. Für die Stadt ist der Costa-Auftrag ein wichtiger Job-Faktor.

ihre letzte Reise durch das Mittelmeer an. In der Nacht zum Sonntag wurde Genua erreicht. Der Konvoi aus dem Kreuzfahrtschiff sowie mehreren Schleppern und Begleitbooten kam in der Früh vor der Hafeneinfahrt an und wurde im Tagesverlauf vor tausenden Schaulustigen in den Hafen zum Abwracken befördert. Für die Stadt ist der Costa-Auftrag ein wichtiger Job-Faktor.

Die letzte Reise der 2012 havarierten Costa Concordia ist zu Ende. Sirenen kündigten die Ankunft des Luxusliners im Verschrottungshafen Genuas an, nachdem es seit der Abfahrt von der Insel Giglio 200 Seemeilen (circa 350 Kilometer) zurückgelegt hatte. Schlepper führten die Costa Concordia im Rückgang zum Kai, wo es schrittweise zerlegt werden soll.

"Bergungsteam hat Tolles geleistet"

Michael Thamm, deutscher Geschäftsführer von Costa Crociere, Betreiberin des havarierten Schiffe, stieg an Bord der Costa Concordia und gratulierte dem Team um Projektleiter Nick Sloane, das das Schiff von der Insel Giglio nach Genua geführt hat. Thamm unterzeichnete die Dokumente, mit dem der Besitz des Schiffes der Firma Saipem zur Verschrottung übergeben wird. "Das Bergungsteam hat Tolles geleistet. Es war die größte Bergungsaktion in der Schifffahrtsgeschichte. Die Freude für die gelungene Operation darf uns nicht die Opfer dieses Unglücks vergessen lassen. Wir wollen dafür sorgen, dass so ein Unglück nie wieder vorkommt."

"Ein großartiger Tag"

"Der Auftrag ist erfüllt. Heute ist ein großartiger Tag und der Ende eines Notstands, der mit der Havarie im Jänner 2012 begonnen hatte", kommentierte Zivilschutzchef Franco Gabrielli. Zufrieden zeigte sich auch der italienische Umweltminister Gianluca Galletti, der mit seiner französischen Amtskollegin Segolene Royal polemisierte. "Wir haben alle Vorbeugungsmaßnahmen für einen sicheren Abtransport ergriffen. Alles ist Bestens verlaufen. Die Franzosen sollten uns mehr vertrauen", kommentierte Galletti.

"Nach Hause zurückgekehrt"

Die Politikerin hatte bemängelt, dass die Behörden ihres Landes nicht früher von Italien über die Route der Costa Concordia informiert worden seien. "Die Costa Concordia ist nach Hause zurückgekehrt", sagte Genuas Hafenpräsident Luigi Merlo. Genua könne jetzt sein technisches Know-how unter Beweis stellen. Der Bau und die Verschrottung großer Schiffe seien aus Europa zum Großteil nach Asien abgewandert. Jetzt könnte das aber wieder ein wichtiges Segment für die europäische Industrie werden.

Das letzte komplizierte Manöver im Hafen dauerte mehrere Stunden und war gegen 15 Uhr abgeschlossen. Das größte Passagierschiff, das jemals in der Geschichte der Schifffahrt havariert wurde, ist in die Stadt zurückgekehrt, in der es für 450 Millionen Euro gebaut und 2006 eingeweiht worden war.

Das Bergungsteam begrüßte das Ende der Reise der Concordia. "Die schwierigste Phase war, als wir vor Giglio mit der Rotation des Schiffes begonnen haben. Wir wussten nicht, wie das Wrack reagieren würde, doch zum Glück ist alles gut verlaufen. Als wir die Reise nach Genua begonnen haben, waren wir sicher, dass wir in den Hafen gelangen würden", sagte Sergio Girotti, Ingenieur der Firma Micoperi.

Transport verlief ohne Probleme

Das Kreuzfahrtschiff fuhr nach Angaben der Reederei die letzten Tage gezogen von zwei Schleppern mit einer Geschwindigkeit von 1,7 Knoten, die im Hinblick auf das Eintreffen in Genua schrittweise reduziert wurde. Meeresbiologen, die an Bord von Schiffen die Costa Concordia begleiteten, stellten bislang keine Spuren von Umweltverschmutzung während der 350 Kilometer langen Fahrt durch Meeresschutzgebiet fest. Schiffe der Küstenwache und der italienischen Polizei sorgten weiters dafür, dass sich niemand in einem Umkreis von drei Seemeilen unerlaubt dem Konvoi näherte.

Renzi vor Ort plus neue Schlepper

Der italienische Premier Matteo Renzi war beim Eintreffen der Costa Concordia im Hafen Genua genauso wie Tausende Schaulustige anwesend. Der Regierungschef sah vom Kai aus das Manöver zum Einzug des Kreuzers. Die Schlepper, die seit Mittwoch die Costa nach Genua zogen, wurden zwei Seemeilen vor dem Hafen von anderen Booten ersetzt, die das Schiff bis zum genauen Punkt brachten, wo es endgültig verankert wurde.

Wichtiger Job-Motor

Für den Hafen Genua ist die Ankunft ein Segen. Zwei Jahre lang sollen einige hundert Arbeiter mit dem Abwracken beschäftigt sein und damit über sichere Arbeitsplätze in einer Stadt mit hoher Arbeitslosigkeit verfügen. Bis zu 100 Millionen Euro könnte das Verschrotten verschlingen. Für das Abwracken hatten sich zahlreiche Häfen von der Türkei bis Norwegen beworben. Die Regierung Renzi hatte jedoch auf das Verschrotten des Wracks in Italien gedrängt.

Der Auftrag zum Abwracken ging an ein Konsortium der Ölfirma Saipem und der genuesischen Unternehmen Mariotti und San Giorgio. Um die Costa Concordia sollen Barrieren errichtet werden, um zu verhindern, dass gefährliche Stoffe ins Wasser gelangen. In einer ersten Phase werden Möbel und die gesamte Inneneinrichtung entfernt. Erst danach kann die tatsächliche Abwrackung beginnen.

 

Bei der waren im Jänner 2012 insgesamt 32 Menschen ums Leben gekommen. 77 Österreicher waren an Bord, sie konnten sich alle retten.

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