Covid-19-Impfung hilft der Psyche – ab der ersten Dosis

Impfen schützt gut vor schweren Verläufen und Tod durch Covid-19. Doch nicht nur. Sie wirkt sich auch positiv auf die Psyche der Geimpften aus.

Lockdown, Social Distancing, Angst vor schweren Verläufen: Im Laufe der Coronavirus-Pandemie haben viele Menschen psychische Belastung erfahren. Ein Umstand, der sich mithilfe der Impfung gegen Covid-19, lindern lässt. Davon berichten US-Forscher im Fachjournal "Plos One". Bereits die erste Dosis bewirke eine positive Veränderung, so das Team um Francisco Perez-Arce von der University of Southern California in Washington.

Für die Untersuchung, die Teil einer größeren Studie war, befragten die Forschenden 8.003 Frauen und Männer zu ihrem Impfstatus und erfassten mithilfe eines standardisierten Fragebogens, ob psychische Belastungen vorlagen.

Spürbare Verbesserung

Ergebnis: Jene Teilnehmer, die zwischen Dezember 2020 und März 2021 geimpft wurden, berichteten reduzierte psychische Belastungen in den auf die erste Impfdosis folgenden Befragungen. Im Schnitt bewirkte die erste Impfdosis die Senkung des Risikos für eine milde Depression um vier Prozent, das Risiko für eine schwere Depression wurde 15 Prozent reduziert.

Insgesamt zeigte sich, dass der Anteil der psychischen Belastungen bei den Personen, die zumindest einmal gegen Sars-CoV-2 geimpft wurden, generell niedriger war als bei den nicht Immunisierten. Das könnte mit dem unterschiedlichen Alter zu tun haben (siehe Box), so die Experten. In internationalen Studien hätte sich gezeigt, dass Über-65-Jährige mit den Belastungen durch die Pandemie offenbar besser zurechtkämen als jüngere Altersgruppen.

Geimpfte und Ungeimpfte

Bei den 8.003 Personen haben die Forschenden zwischen "geimpft" und "nicht geimpft" unterschieden. Aufgrund der Priorisierung bzw. anfänglichen Impfstoffknappheit war das mittlere Alter in den beiden Gruppen unterschiedlich: rund 60 Jahre unter den Personen mit zumindest einer Vakzin-Dosis, etwa 47 Jahre unter den noch nicht Geimpften.

Weitere Einflüsse möglich

Die positive Entwicklung könnte laut Perez-Arce und seinen Kollegen verschiedene Gründe haben. So seien einerseits die Sorgen über eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus und einen schweren Verlauf geringer. Andererseits könnten geimpfte Personen wieder sozial aktiver sein. Auch die beruflichen Einschränkungen seien weniger. Das Mehr an Normalität könnte positiven Einfluss auf die Psyche haben, so die Forschenden.

Auch eine Rolle gespielt haben könnte, dass es sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern um Personen mit hoher Impf-Priorität gehandelt hat: Ältere, solche mit Vorerkrankungen und medizinisches Personal – und damit um Personen für die die Erleichterung nach der Impfung besonders groß gewesen sein dürfte, da für sie das Virus eine größere Gefahr darstellt als für andere Menschen.

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