Wien

Da legst di nieder! Aktivisten schlafen vor Stephansdom

Hitzefrei für Fiakerpferde ab 30 Grad fordern Tierschutzaktivisten. Am Dienstag protestierten sie mit einem "Sleep-in" am Wiener Stephansplatz.
Claus Kramsl
11.07.2023, 15:32
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Ab 35 Grad bekommen die Wiener Fiakerpferde Hitzefrei. gemessen wird die Temperatur am Stephansplatz, wo sich auch ein großer Standplatz der Kutscher befindet. Am Montag war es heuer erstmals soweit, kurz nach Mittag hatten die Pferde und ihre Fiaker Dienstschluss.

VGT: Tiere leiden unter Hitze und dichtem Straßenverkehr

Den Tierschützern vom verein gegen Tierfabriken (VGT) reicht das nicht. Sie fordern Hitzefrei ab 30 Grad: "Pferde leiden bei großer Hitze, insbesondere, wenn sie ständig an eine Kutsche gespannt auf Asphalt stehen müssen. Und Pferde leiden unter dem Stress von dichtem Straßenverkehr, sie sind Fluchttiere, die evolutionär an die offenen Steppen angepasst sind. Diese Ansicht wird im Wesentlichen nur von jenen bestritten, die bei großer Hitze Pferde dazu missbrauchen wollen, Geld zu verdienen, und natürlich ihren Unterstützer:innen unter der Amtstierärzteschaft, die sich nach Erfahrung des VGT mit großer Regelmäßigkeit gegen jede Tierschutzkritik stellt und dem schlimmsten Tiermissbrauch die Stange hält. Wäre Österreich eine direkte Demokratie, müssten Fiakerkutschen in Großstädten längst verboten sein", heißt  es vom VGT.

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Die Aktivisten berufen sich auf eine repräsentative Gallup-Umfrage, wonach 72 % der Menschen in Österreich hitzefrei für Fiakerpferde ab 30°C unterstützen und eine Mehrheit von 80 % Fiakerkutschen in keiner Innenstadt sehen will, 42 % sogar nur im Grünen.

"Verantwortliche betreiben Klientelpolitik"

Um einmal mehr darauf hinzuweisen, "dass wieder einmal beim Tierschutz die politisch Verantwortlichen auf die tierfreundliche Mehrheitsmeinung pfeifen und lieber Klientelpolitik betreiben", so der VGT, legten sich 20 Tierschützer am Dienstagvormittag am Stephansplatz in Sichtweite des dortigen Fiakerstandplatzes auf den Boden und schliefen. "Dann wachten sie im 21. Jahrhundert auf, um zu erkennen, dass hier noch immer Fiakerpferde bei großer Hitze im Zentrum einer Großstadt leiden müssen", erklären die Aktivisten ihre Aktion.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: "Statt das Tierleid ernst zu nehmen und im Sinne der Mehrheitsmeinung tierfreundlicher zu agieren, schieben sich Stadt und Bund gegenseitig die Verantwortung für das Pferdeleid bei Fiakern zu. Und die Fiakerbetriebe selbst klagen lieber, um die Kritik des VGT mundtot zu machen, als entsprechend auf ihre Pferde zu achten."