Nicht nur der Skisprung-Weltcup macht am Wochenende am Kulm Halt, auch die Stars der Nordischen Kombination wagen sich erstmals überhaupt über eine derart große Schanze. In der Obersteiermark steht am Freitag ein Compact-Bewerb auf dem Programm – nach den Olympischen Spielen in Norditalien das nächste Highlight der traditionsreichen Sportart. Die Skispringer bestreiten am Freitag die Qualifikation, die Einzelbewerbe steigen dann am Samstag und Sonntag.
"Es ist für mich das erste Mal Fliegen. Da spielen die Nerven auch ein bisschen mit", schmunzelte Österreichs Kombinierer-Ass Stefan Rettenegger mit Blick auf den mächtigen Kulm. "Die Vorfreude ist groß. Es sagt jeder, dass es cool ist, dass man sich aber auch anscheißt beim ersten Mal", lachte der Olympia-Bronzemedaillengewinner im Team-Sprint. Er habe aber auch "den Traum vom Fliegen, von den 200 Metern", lachte Rettenegger.
"Es ist einfach die Königsdisziplin im Skispringen. Für mich ist es das erste Mal und von dem her etwas Spezielles", meinte auch Johannes Lamparter, dreimaliger Olympia-Medaillengewinner.
Das Kalkül dahinter ist freilich klar. Die Nordische Kombination steht auf dem Prüfstand, ist 2026 nur mit Ach und Krach im Olympia-Programm geblieben, die Frauen wurden gar nicht ins Programm aufgenommen. In vier Jahren könnte eine der traditionsreichsten Disziplinen des Wintersports dann gänzlich aus dem Olympia-Programm für Nizza fallen, was mehr oder weniger das Ende der Disziplin bedeuten würde. Der Nordischen Kombination wird zu wenig Spannung, eine zu geringe Dichte der Nationen und zu wenig Interesse am TV-Markt nachgesagt.
Der Ausflug auf die Flugschanze ist freilich ein Versuch, die Spannung der Disziplin zu unterstreichen. "Wir müssen schauen, dass der Sport attraktiv bleibt. Das kann ein wichtiger Step sein", erklärte etwa der deutsche Sportdirektor Horst Hüttel. Deutschlands Kombinierer-Ass Vinzenz Geiger sieht "keinen Grund, warum wir das nicht machen sollten. Wir sind springerisch gut genug." Trotzdem dürfen nur die 40 besten Athleten des Weltcups auf die Skiflugschanze, Nachrücker sind nicht zugelassen.
Österreichs Team bilden neben Lamparter und Rettenegger auch dessen Bruder Thomas Rettenegger, sowie Florian Kolb, Lukas Greiderer, Paul Walcher, Franz-Josef Rehrl und Martin Fritz.
Eine Entscheidung über die Nordische Kombination wird es dann im Juni geben. Im Mai tagen das Programmkomitee und das Executive Board des IOC, dabei wird über die Sportarten der Winterspiele 2030 beraten. Die endgültige Entscheidung steht dann im Juni fest.