Mit gerade einmal 24 Jahren hat Daniela Pollak geschafft, wovon viele nur träumen: Sie steht an der Spitze des Forstgartens des Landes Tirol. Die gebürtige Niederösterreicherin war eigentlich dafür vorgesehen, den elterlichen Hof zu übernehmen. Doch ihr Weg führte sie nach der Landwirtschaftsschule in die Steiermark – eine Entscheidung, die ihr Berufsleben komplett veränderte.
Schon früh war klar, wohin es sie zieht. "Ich war immer gerne im Wald unterwegs. Meine Eltern sind Jäger und mein Opa Förster. Ich konnte mich schon sehr früh für seine Arbeit begeistern", erzählt Pollak der "Kleinen Zeitung". Heute trägt sie die Verantwortung für mehr als 30 Mitarbeiter und organisiert drei Standorte, darunter auch jenen in Nikolsdorf in Osttirol.
In einer Branche, die nach wie vor stark von Männern geprägt ist, musste sie sich von Beginn an behaupten. "Sowohl in der Landwirtschaftsschule als auch bei meinem Aufbaulehrgang war ich das einzige Mädchen in der Klasse. Man muss einfach früh lernen, sich durchzusetzen", sagt sie. Diese Erfahrung habe sie geprägt und ihr wichtige Eigenschaften wie Zielstrebigkeit und Willensstärke mitgegeben.
Ihr Ausbildungsweg war alles andere als einfach: "In ganz Österreich gibt es nur eine einzige Schule, um diese Ausbildung zu absolvieren. Man ist sehr jung, weit weg von Zuhause [...] und weitestgehend sich allein gestellt", schildert die 24-Jährige. Trotzdem habe sie früh gelernt, eigenständig Entscheidungen zu treffen.
Besonders wichtig sei es, sich auszuprobieren. "Ich habe mit 14 Jahren mein erstes Praktikum bei einem Gutshof gemacht. So konnte ich einschätzen, für welchen Beruf ich geeignet bin", sagt Pollak. Ihr Rat an junge Menschen: "Ich rate allen jungen Menschen, sich Zeit zu nehmen, um herauszufinden, was man wirklich machen möchte."
Heute gestaltet sie aktiv die Zukunft der Tiroler Wälder mit. Im Forstgarten werden Samen heimischer Baumarten gezogen und später ausgepflanzt. Für Pollak eine Aufgabe mit Sinn: "Ich bin daran beteiligt, die Zukunft der Tiroler Wälder zu erschaffen. Es ist schön, eine aufgeforstete Fläche fünf Jahre später wiederzusehen und zu erkennen, was daraus geworden ist. Ich bin sehr glücklich über meinen Karriereweg."