2016 kam Mohammad mit 9 Jahren aus Syrien nach Österreich. Er war auf der Flucht vor Krieg und Zerstörung – und hoffte auf eine zweite Chance in Europa. Heute, zehn Jahre später, hat er sie genutzt.
Der junge Syrer besucht aktuell die Berufsschule für Friseure – und das mit großem Erfolg. Sein Zeugnis kann sich mit einem Notendurchschnitt von 1,0 sehen lassen. "Darauf bin ich sehr stolz, weil ich zeigen will, dass ich hier wirklich ankommen und arbeiten möchte", sagt Mohammad im Gespräch mit "Heute".
Seit seiner Ankunft in Österreich habe sich sein Leben komplett verändert. "Ich habe hier Sicherheit bekommen, Unterstützung und die Möglichkeit, etwas aus meinem Leben zu machen", erzählt er. Genau deshalb sei ihm eines besonders wichtig, etwas zurückzugeben. Und das tut er – mit Schere und Kamm.
Seit Beginn seiner Lehre im Jahr 2023 engagiert sich Mohammad freiwillig bei der Caritas und bei "Jugend am Werk". Dort arbeitet er bereits seit drei Jahren ehrenamtlich mit. In seiner Freizeit schneidet er Bewohnerinnen und Bewohnern kostenlos die Haare.
"Ich möchte Österreich etwas zurückgeben, weil mir das Land so sehr geholfen hat", sagt er. Für viele sei ein Friseurbesuch nicht selbstverständlich – umso größer ist die Freude über den Gratis-Service.
Mohammad möchte mit seiner Geschichte auch anderen Mut machen. Sein Weg sei nicht immer einfach gewesen, aber mit Fleiß, Disziplin und Dankbarkeit könne man viel erreichen. "Mit Hingabe, Mut und harter Arbeit kann man sich hier auch als ehemaliger Flüchtling ein neues Leben aufbauen", ist er überzeugt. Sein Ziel ist klar: Ausbildung erfolgreich abschließen, als Friseur arbeiten – und weiterhin etwas von dem weitergeben, was er selbst in Österreich bekommen hat.