Politik

Darauf müssen wir nach dem Lockdown achten

Ab Montag, 7. Dezember, befindet sich Österreich wieder im Lockdown "light". Gesundheitsmanager Herwig Ostermann erklärt, worauf es dann ankommt.
André Wilding
03.12.2020, 10:24

Österreich wechselt ab dem 7. Dezember vom "harten" in den "soften" Lockdown. Mit "behutsamen" Öffnungsschritten will die Regierung die Corona-Infektionen und Todeszahlen im Land weiter senken, aber auch weitgehend normale Feiertage rund um Weihnachten ermöglichen. Bundeskanzler Sebastian Kurz stellte am Mittwochabend in der "ZiB 2" aber klar, dass niemand eine Garantie abgeben könne, "dass es nicht wieder eine dritte Welle gibt und es nicht wieder einen Lockdown braucht".

"Wir rechnen damit, dass wir am 6. Dezember auf einen Wert von 3.000 Neuinfektionen kommen und das Infektionsniveau bis Weihnachten weiter nach unten pressen können. Nach Weihnachten wird die Zahl aber wieder steigen", erklärte Kurz im Gespräch mit Armin Wolf.

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Die Bundesregierung nimmt steigende Infektionszahlen über Weihnachten und die Feiertage also in Kauf, um die Anti-Corona-Maßnahmen zu lockern. Hätte man mit den Öffnungsschritten also vielleicht besser noch warten sollen? Herwig Ostermann, Chef der Gesundheit Österreich, der größten Public Health Einrichtung im Land, spricht im Ö1-Morgenjournal von einer "maßvollen" und "überlegten" Entscheidung.

Eine Frage des Blickwinkels

"Wir haben nach wie vor ein hohes Infektionsgeschehen, aber es ist immer auch ein bisschen die Frage des Blickwinkels", so Ostermann im Ö1-Morgenjournal. Im Vergleich zum Spitzenwert mit 9.000 Neuinfektionen sei ein Wert von knapp unter 4.000 "natürlich ein Erfolg". "Wenn man sich aber das Fall-Geschehen im Sommer oder Herbst erinnert, dann weiß man, dass es aber noch eine gewisse Wegstrecke ist, bis man sich wieder in einer gewissen Normalität einfinden kann"

Laut Ostermann sei es wichtig, dass man in "Schlüsselsegmenten wie Schulen wieder eine gewisse Normalität einstellt und dass die Kinder wieder in den Unterricht gehen können." Zudem sei es auch essentiell, dass man nach dem Lockdown gewisse Öffnungsschritte setzt.

Auf die Frage, worauf die Bevölkerung nun achten sollte, erklärt Ostermann: "Maßgeblich ist, dass wir die Tugenden, die wir erlernt haben, auf individueller Ebene einhalten". Also weiterhin Abstand halten, die Hygiene-Vorschriften beachten und auch einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch die flächendeckenden Testungen werden einen Effekt haben. "Wir müssen aber generell Vorsicht walten lassen".

"Haben nicht viel Spielraum"

"Wir sind nicht in der Situation, dass wir viel Spielraum haben. Es geht nun darum, dass jeder prüft, wo kann man Kontakte reduzieren oder wo kann man Mitarbeiter ins Homeoffice schicken", sagt der Chef der Gesundheit Österreich. Es sei nun wichtig, dass "wir gemeinsam diese Aktivitäten setzen. Es brauche das Mitmachen aller Beteiligten. Laut Ostermann hänge es eben nicht nur von den Maßnahmen ab, sondern auch, ob diese umgesetzt werden.

Ostermann äußerte sich am Donnerstag im Ö1-Morgenjournal auch zu den Infektionszahlen in Alten- und Pflegeheimen. "Wir merken nun, dass die Maßnahmen greifen. Es gibt genaue Regelungen, wie Besuche aussehen und auch die Angehörigen haben eine Sensibilität entwickelt", stellte der Gesundheitsmanager im Gespräch klar. Zudem gebe es auch die Verfügbarkeit der raschen Antigen-Tests.

Zu den Regelungen zu Weihnachten sagt Ostermann weiter: "Es ist spielentscheidend, dass wir vor Weihnachten auf eine maßvolle Zahl der Neuinfektionen kommen. Wenn wir es schaffen, die Dunkelziffer zu drücken, dann wir die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung reduziert". Es sei wichtig, dass man die Feiertag gemeinsam verbringen könne. Es sei eben nicht nur eine Frage des Infektionsgeschehens, sondern es geht auch darum, "ein soziales Leben" sicherzustellen.