Darf ich zum Arzt gehen obwohl ich in Quarantäne bin?

Quarantäne und Coronavirus hin oder her, wer Krank ist braucht ärztliche Hilfe und die wird einem in Österreich nicht verwehrt.
Quarantäne und Coronavirus hin oder her, wer Krank ist braucht ärztliche Hilfe und die wird einem in Österreich nicht verwehrt.iStock/demaerre
Quarantäne und das Coronavirus schließen andere Krankheiten nicht aus. Wir haben einen Hausarzt gefragt, was im Fall der Fälle zu tun ist.

Wer wegen dem Coronavirus in häuslicher Quarantäne ist und dort gesundheitliche Probleme bekommt, ist oft verunsichert: Ist der Besuch einer Hausarztpraxis jetzt überhaupt erlaubt? Wir haben bei Dr. Edgar Wutscher, Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin der Österreichischen Ärztekammer, nachgefragt und eine ganz klare Antwort erhalten:

"Auch in Quarantäne braucht man ärztliche Hilfe", so der Allgemeinmediziner aus Tirol.

"Müssen für die Patienten da sein"

In erster Linie sollte man mit seinem Hausarzt in Kontakt treten. "Der wird dann entscheiden, ob es sinnvoller ist, dass er zu mir kommt, oder ob ich unter Einhaltung der Hygieneregeln in die Ordination kommen kann." Eine Möglichkeit für Letzteres wäre, die Arztpraxis alleine mit dem Auto zu einem ausgemachten Einzeltermin aufzusuchen oder einen separaten Eingang zu nehmen, um möglichst keinen anderen Patienten zu begegnen. "Wir müssen für die Patienten da sein und dürfen sie nicht stigmatisieren oder gar abweisen. Das wäre furchtbar."

Auch ein Hausbesuch würde natürlich eine angemessene Vorsicht erfordern, wäre aber mit einer entsprechenden Schutzausrüstung - "die wir inzwischen alle haben" - kein Problem. "Damit ist die Person für mich kein Risikopatient", erklärt Dr. Wutscher. "Wir stehen hinter unseren Patienten und versuchen die Hysterie gar nicht erst aufkommen zu lassen."

Diagnose per Telefon

Natürlich gibt es auch noch die Diagnose per Telefon, die allerdings nicht für jeden Erkrankten in Frage kommt: "Als Hausarzt kenne ich meine Patienten zum Teil schon Jahrelang, da traue ich mich auch drüber, mir die Symptome schildern und der Person entsprechende Medikamente zukommen zu lassen. Bei Wildfremden ist das nicht so einfach, da diese beispielsweise Allergien haben könnten."

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