Sprachwissenschaftler halten den Begriff Muttersprache schon seit Jahren für problematisch.
Alternativen wie Erstsprache, Herkunftssprache oder Sprache A sollen politisch korrekter sein. Doch in der breiten Bevölkerung hat sich das noch nicht herumgesprochen.
In Deutschland ist man schon weiter: Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat 2022 per Verordnung den Begriff Muttersprache durch Herkunftssprache ersetzt - beschlossen übrigens nicht von den Grünen, sondern von der schwarz-gelben Koalition unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).
Wie NTV berichtet, lieferte die Wiener Linguistische Gazette bereits 2022 Beiträge zur Debatte.
Dort heißt es: Der Begriff Muttersprache werde durch Erstsprache, Primärsprache, Familiensprache, L1 oder - einer Empfehlung des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens folgend - durch Sprache A ersetzt.
Laut dem Fachblatt ist Linguisten seit Jahren bekannt, dass der Ausdruck Muttersprache aus mehreren Gründen problematisch sei und am besten vermieden werden sollte.
Allerdings sage die breite Bevölkerung - also etwa 99,9 Prozent der Weltbevölkerung - noch immer Muttersprache.
In einer satirischen Betrachtung stellt NTV-Kolumnist Thomas Schmoll auch andere Alternativen vor: Vatersprache, Elternsprache oder gar Personensprache. Letzteres klinge allerdings nach Finanzamt oder Polizeibericht.
Sein Fazit: Der Begriff Muttersprache wird wohl noch lange in Gebrauch bleiben - zumindest außerhalb der Elfenbeintürmen der Sprachwissenschaft.