Das erste Rennen des Winters ist am Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht worden. Nach Startnummer 47 von 73 geplanten Läufern entschied sich die Jury, das Rennen abzubrechen. Zu stark war der Wind auf dem Rettenbachferner. Die Führung von Österreichs Gesamtweltcup-Hoffnung Marco Schwarz, der vor dem Kristall-Verteidiger Marco Odermatt aus der Schweiz lag, war damit hinfällig.
"Es ist das Rennen, das am meisten wehtut, wenn es abgesagt wird", meinte Odermatt, der ein absoluter Sölden-Spezialist ist, die letzten beiden Riesenslaloms gewinnen konnte und als Zweiter in der Entscheidung noch Chancen auf das Triple gehabt hätte.
Der Sölden-Riesentorlauf sollte das erste 45 Rennen sein. Ein prall gefüllter Kalender, wo sich nun die Frage stellt, ob ein Ersatz gefunden werden kann. "Ich weiß nicht, ob es eine Lücke gibt", meinte Odermatt.
Ursprünglich galt es als Option, den Riesentorlauf schon rund um den Slalom in Gurgl (18. November) nachzutragen. Allerdings hat sich Ski Austria, wie sich Österreichs Skiverband nun nennt, dagegen entschieden. "Es war eine Entscheidung der Vernunft. Wir wollten nicht das Risiko eingehen, die Qualität für die Slalom-Premiere nicht erfüllen zu können", meinte ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer.
Nachdem eine Austragung in Österreich vom Tisch ist, bleibt die Frage, wo stattdessen ein Ersatztermin gefunden werden könnte. Mit Adelboden in der Schweiz hat bereits ein Traditionsort Interesse bekundet. Allerdings zeigte sich FIS-Renndirektor Markus Waldner laut "Blick" bereits skeptisch, dass auf dem Chuenisbärgli tatsächlich ein zweiter Riesentorlauf ausgetragen werden kann. Der Grund dafür ist der Termin. "Das Programm im Jänner ist dicht gedrängt, insbesondere für die Allrounder. Wir müssen an ihre Sicherheit denken", so der FIS-Mann. Adelboden darf also wohl nicht.
Infrage kämen noch Val d´Isere (8. Dezember), allerdings würde das Rennen dann die fünftägige Pause, die der Ski-Weltcup hat, um von Beaver Creek zurückzukehren, verkürzen. Dass Alta Badia zum Zug kommt und einen dritten Riesentorlauf am 19. oder 20. Dezember ausrichtet, gilt als ausgeschlossen. Favorisiert werde ein Termin gegen Ende des Winters. Also möglicherweise in Bansko (9. Februar) oder auf der US-Tour Ende Februar (Palisades Tahoe) oder Anfang März (Aspen) oder in Kranksja Gora (8. März).