Dark Souls III: The Ringed City im Test

Mit The Ringed City legt From Software den finalen DLC der Dark-Souls-Reihe vor. Zeit, ein letztes Mal die Rüstung anzulegen.
Wer Dark Souls III und den DLC Ashes of Ariandel hinter sich hat, dürfte locker mehr als 100 Spielstunden am Rollenspiel-Konto haben. Genug von Glut und Asche haben dabei wohl die wenigsten Zocker, dennoch ist das Ende gekommen. Mit The Ringed City legt From Software den finalen DLC-Inhalt der Dark-Souls-Reihe vor.

Gerade einmal der Samurai-Titel Nioh schlug in Abwesenheit neuer Souls-Inhalte in die Kerbe der Hardcore-Titel. Nicht wenige Souls-Liebhaber dürften Nioh in der Zwischenzeit liebgewonnen haben, zeigte es sich doch bei der Steuerung etwas zahmer als der "große Bruder". Dennoch: Nach Ashes of Ariandel blieb sowohl bei der Story, als auch bei den Erwartungen ein Konstrukt zurück, das zu Ende geführt werden wollte.

Zur Story: Das Zeitalter des Feuers neigt sich dem Ende, die Welt steht vor dem Untergang. Als Spieler machen wir uns auf, die sagenumwobene Ringed City zu finden, die neben einer uralten Macht auch jede Menge neue Schrecken beherbergt. In Dark Souls wird traditionell kaum verraten, wo man die DLC-Welten überhaupt findet. Die Ringed City ist dagegen erstmals leicht aufzuspüren, nämlich im Addon-Gebiet. Bedeutet gleichzeitig: Man muss das Hauptspiel beendet haben, um The Ringed City spielen zu können. Da sowieso ein Level 100 Charakter empfohlen wird, hätte anderes sowieso keinen Sinn.

Umgekehrte Formel von Ariandel

Ashes of Ariandel hat zu Beginn mit der Inszenierung geprotzt, inhaltlich dann aber Größeres vermissen lassen. The Ringed City geht nun den komplett gegenteiligen Weg: Unspektakulär gelangt man über ein neues Leuchtfeuer im Hauptspiel zur Ringed City, große Enthüllungen oder Szenen gibt es vorerst nicht. Und statt einer abrupt endenden Geschichte nach unspektakulären Gefechten gibt es hier wieder beste Boss-Battles, weitaus umfangreichere Inhalte und einen runden Abschluss der Souls-Saga.

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Bis man diesen erreicht hat, vergehen aber noch einmal zahlreiche Spielstunden, denn The Ringed City geht mit den Abenteurern nicht zimperlich um. Jene Elemente, die Spieler einzeln auf die Geduldsprobe stellten - Stichworte Gifte und Flüche - finden sich hier gleichzeitig auftretend und schwer bewältigbar. Gegner, nicht nur Bosse, haben die Schwierigkeits-Schraube noch einmal angedreht und Leuchtfeuer finden sich nur weit verstreut in der Welt. Klingt alles frustrierend, ist aber genau das, was das Souls-Herz jubeln lässt.

Gegnermassen und Grafikjuwelen

Vorwerfen kann man The Ringed City vielleicht, dass die gleichzeitig auftretende Zahl der Gegner hart an der Grenze des Erträglichen liegt - vor allem bei jenen Gesellen wie den Priestern oder Finstergeistern, die den Spieler mit einem Angriff in den Tod reißen können. Den Veteranen wird dies aber genausowenig erschrecken, wie die Tatsache, dass Passagen dutzendfach durchlaufen werden müssen, bis man sie endlich lebendig überstanden hat. 



Quelle: YouTube

Vorbei ist es dagegen mit den etwas verwaschenen Grafiken und Umgebungen aus Ashes of Ariandel. Statt teils weißer Einöden im Schneegestöber bietet die Ringed City eine tolle Kulisse mit verfallenen Gebäuden, wahnwitzigen Ausblicken, und gruseln lassenden Friedhöfen und Sümpfen. Und auch die Bosse wie Drachen und Ritter sind wieder perfekt in die Umgebung integriert statt schnöde in die Welt geworfen. The Ringed City fühlt sich wie ein perfekt aufgearbeitetes Abenteuer-Epos an, das mindestens zehn Stunden zum Bewältigen braucht.

Fazit: Fast zu gut, um das Ende zu sein

Dem Dark-Souls-Spieler werden zudem zahlreiche neue Waffen und Ausrüstungen serviert und so viele Geheimnisse wie in The Ringed City gab es wohl noch in keinem Dark Souls oder dazu passenden DLC zu entdecken. Einige Anspielungen auf die drei Hauptteile sorgen zudem für sentimentale Gefühle. Bei den nächsten zwei Testeindrücken könnten wir mit Dark-Souls-Veteranen aneinander geraten, aber unserem Eindruck nach bietet The Ringed City ein paar der schönsten Schauplätze und beeindruckendsten Bosskämpfe der Souls-Geschichte.

Kritikpunkte findet man an The Ringed City kaum - wer Dark Souls III gespielt hat, hat sich längst an kleinere Soundaussetzer und Grafikeinbrüche gewöhnt. Dass entfernte Gebäude und Gebilde verwaschen wirken, wird dagegen von der unglaublichen Atmosphäre der näheren Umgebung wiedergutgemacht. Einen riesigen Kritikpunkt haben wir dann aber doch: Gerade mit einem solch grandiosen Abschluss der Dark-Souls-Saga darf dies eigentlich nicht das Ende der Reihe sein. (rfi)

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