Darum erkranken Frauen weniger stark an Corona

Frauen haben tendenziell einen milderen Krankheitsverlauf.
Frauen haben tendenziell einen milderen Krankheitsverlauf.iStock
Eine Studie hat nun herausgefunden, dass weibliche Hormone und X-Chromosom den Corona-Krankheitsverlauf mildern.

Wie ein Arzt der Klinik Ottakring in einem Interview betonte, sind Corona-Intensivpatienten meist zwischen 50 und 70 Jahre alt und weisen einen der bekannten Risikofaktoren auf, wie etwa Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck. 60 Prozent von ihnen sind männlich.

Frauen erkranken tendenziell weniger stark an Corona, die Sterblichkeitsrate ist viel niedriger. Dies dürfte mit den weiblichen Hormonen und X-Chromosomen zusammenhängen. Internationale Studien würden dies bestätigen.

Weibliche Hormone wirken sich positiv aus

Bettina Toth, Klinikdirektorin an der Innsbrucker Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, erklärte in einem APA-Gespräch, dass "weibliche Hormone im Zusammenhang mit Coronaviren etwas total Positives sind".

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Studien würden belegen, "dass es bei von SARS-Cov-, MERS- oder Covid-19-Viren induzierten Krankheiten deutliche genderspezifische Unterschiede in der Schwere, sowie in der Hospitalisierungs- und Sterberate" gäbe. Bei Covid-19-Toten liege, so erklärte die Gynäkologin, das Verhältnis bei rund 60 zu 40 Prozent. "Es sterben deutlich mehr Männer als Frauen an oder mit Corona, über alle Altersgruppen hinweg."

"Immunantwort bei Frauen stärker ausgeprägt"

Das Östrogen würde den ACE2-Rezeptor herunterregulieren, die Spike-Proteine des Coronavirus können somit schlechter an die Rezeptoren andocken. "Es kommen somit weniger Coronaviren in die Gastzelle", fasste Toth zusammen.

Weiters sitze sitze eine Vielzahl von Genen, die auf die Immunantwort reagieren, auf den X-Chromosomen, von denen Frauen zwei und Männer nur eines haben. "Deshalb könnte die Immunantwort bei Frauen stärker ausgeprägt sein als bei Männern", erklärte die Innsbrucker Medizinerin.

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