Darum kam 14-Jähriger mit 3,5 Jahren für Mord davon

Der Angeklagte (grauer Pulli)
Der Angeklagte (grauer Pulli)Bild: Sascha Trimmel
3,5 Jahre Haft für Mord – auf den ersten Blick lächerlich. Bei genauerem Hinsehen kann man das Urteil vielleicht besser nachvollziehen.

Unter großem medialen Rummel wurde der schmächtige 14-Jährige am Dienstagmorgen in den Gerichtssaal in Wr. Neustadt geführt. Anwalt Ernst Schillhammer beantragte einen Ausschluss der Öffentlichkeit – dem Wunsch des Advokates wurde stattgegeben.

Im Fokus des Prozesses standen die Geschehnisse vom 22. Juli 2019: Die alleinerziehende 55-Jährige forderte von ihrem Sohn Hilfe am PC, doch der 14-Jährige wollte weiterschlafen. Als sich die Mutter ihrem Sohn in den Weg stellte, stach er laut Anklage vier Mal zu ("Heute" berichtete).

Warum 3,5 Jahre Haft?

Einer der vier Stiche ging dabei genau durch die Rippen, traf das Herz der Mutter. Im Gutachten wurden dem tödlichen Stich eine Energie bzw. Kraft von nur 2 Joule zugeordnet (zum Vergleich: leichter Messerstich 25 Joule, schwerer Stich 80 Joule). Und genau das war maßgeblich für das spätere Urteil. Natürlich spielten auch das zarte Alter und die Unbescholtenheit des Teenagers mit. Und der Schöffensenat erkannte an, dass der Bub von seiner Mutter auch vernachlässigt worden war. Last but not least: Das reuige und umfassende Geständnis des Schülers.

Nur noch ein Jahr Haft möglich

Daher wurde das Urteil bei der Ersttat (gilt normalerweise bei Kapitalverbrechen nicht, sondern nur bei anderen Delikten) im unteren Drittel angesiedelt – sprich 3,5 Jahre wegen Mordes. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Bei guter Führung könnte der Bursche die Halbstrafe bekommen und somit Februar 2021 wieder entlassen werden.

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