Darum lässt sich Vize-Landeschef vorerst nicht impfen

FPOÖ-Chef Manfred Haimbuchner im Interview mit "Heute"-Reporter Armin Bach
FPOÖ-Chef Manfred Haimbuchner im Interview mit "Heute"-Reporter Armin Bachfotokerschi.at
In gut zwei Wochen wählt Oberösterreich. FPOÖ-Chef Manfred Haimbuchner ist LH-Vize – und will das auch bleiben. Teil 1 des "Heute"-Interviews.

„Heute“: Gut fünf Monate ist es jetzt her, dass Sie mit Corona auf der Intensivstation behandelt werden mussten. Wie geht es Ihnen heute? Gibt es noch gesundheitliche Einschränkungen?

Manfred Haimbuchner: Ich hatte sehr viel Pech, dass ich überhaupt auf der Intensivstation gelandet bin und so einen schweren Verlauf hatte. Ich hatte aber auch viel Glück, dass ich so schnell wieder gesund geworden bin – und keine Spätfolgen habe. Das bestätigt auch ein Belastungstest: Die Werte sind wie früher.

„Heute“: In ein paar Wochen gilt Ihr Genesenen-Nachweis nicht mehr …

Manfred Haimbuchner: Ich kann Ihnen genau sagen, ab wann er nicht mehr gilt. Nämlich ab dem 26. September (dem Wahltag; Anm.). Kein Schmäh (lacht).

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„Heute“: Haben Sie schon einen Impf-Termin bzw. sich schon impfen lassen?

Manfred Haimbuchner: Ich habe mir vor einigen Tagen im Labor Blut abnehmen lassen. Und ich habe sehr viele Antikörper. Der Genesenen-Nachweis wird dann wieder verlängert, gilt weitere 90 Tage.

„Heute“: … also noch keinen Impf-Termin?

Manfred Haimbuchner: Ich lasse meine Antikörper regelmäßig überprüfen. Und je nachdem, wie es mit den Antikörpern ausschaut, werde ich entscheiden, was ich mache.

"Ein Lockdown bringt nichts"

„Heute“: Die Infektionszahlen steigen aktuell wieder massiv an. Wird es einen weiteren Lockdown geben?

Manfred Haimbuchner: Ich bin generell ein Gegner davon. Weil ein Lockdown nichts bringt. Wichtig ist es, die Risikogruppen zu schützen. Und die Politik muss kommunizieren: Welchen Plan hat man für den Herbst? Letztes Jahr gab es keinen – und auch heuer gibt es offenbar keinen.

„Heute“: Trotzdem noch einmal gefragt: Glauben Sie, dass es einen weiteren geben wird?

Manfred Haimbuchner: Ich kann nur sagen: Ich spreche mich strikt gegen einen Lockdown aus. Und das nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Wir haben z.B. große Probleme in der Psychiatrie. Junge Menschen, die verzweifelt sind. Und das hatte mit den Lockdowns zu tun.

Haimbuchner: "Spreche mich strikt gegen einen Lockdown aus."
Haimbuchner: "Spreche mich strikt gegen einen Lockdown aus."fotokerschi.at

„Heute“: Einer, der auch gegen einen Lockdown ist, ist Herbert Kickl: Haben Sie sich inzwischen mit ihm als Bundesparteiobmann abgefunden bzw. arrangiert?

Manfred Haimbuchner: Ich war immer dem Obmann gegenüber loyal. Ich war dem Norbert Hofer gegenüber loyal. Und auch der jetzige Obmann hat meine Loyalität.

Was halten Sie vom Strache-Urteil?

„Heute“: Von Ihrem aktuellen Bundesparteiobmann zum Ex-Parteichef: Sie sind Jurist. Finden Sie das Urteil gegen Heinz-Christian Strache gerecht?

Manfred Haimbuchner: Ich habe eine private und eine juristische Meinung dazu.

„Heute“: … die Sie aber nicht sagen wollen?

Manfred Haimbuchner: Ich kommentiere alle Vorgänge rund um Heinz-Christian Strache nicht mehr.

„Heute“: Anderes Thema: Afghanistan-Krise. Fühlen Sie sich an den Wahlkampf 2015 erinnert?

Manfred Haimbuchner: Ich fühle mich erinnert an die Sorgen unserer Mitbürger im Wahlkampf 2015 – und merke auch jetzt, dass man 2015 nicht wiedererleben will. Und ich glaube, dass will niemand in diesem Land – ganz egal, wo er politisch steht. Es geht jetzt darum, keine weiteren Migrantenströme zuzulassen. Wenn man der Meinung ist, dass man die Welt verbessert, wenn wir die von den Taliban verfolgten Afghanen aufnehmen, dann hat man kein Hirn.

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