Tempolimits missachtet

Darum müssen Tausende Raser einfach keine Strafe zahlen

Ein Radarkasten im Innviertel blitzte in einem Jahr fast 19.000 Temposünder. 2.700 von ihnen müssen jetzt ihre Strafe nicht bezahlen.

Oberösterreich Heute
Darum müssen Tausende Raser einfach keine Strafe zahlen
Dieses Radargerät hat in einem Jahr fast 19.000 Lenker geblitzt. Der Großteil davon kommt aus Deutschland, viele müssen die Strafe einfach nicht bezahlen.
Daniel Scharinger

Im beschaulichen Innviertel steigen die Bewohner auf die Barrikaden. Grund ist die B148. Sie ist eine der wichtigsten Ost-Westverbindungen, täglich donnern hier 20.000 Autos (davon 4.000 Lkw) durch die sanften Hügeln.

Im Ortsteil Elling in Weng im Innkreis (1.400 Einwohner) wurde vor rund einem Jahr ein Radargerät aufgestellt, um zumindest die Raser etwas einzubremsen. In immer mehr Gemeinden sollen die Geräte ja Schnellfahrer zur Kasse bitten, etwa auch in Traun oder in Ried.

Nun gibt es eine erste Bilanz: Laut Verkehrsressort wurden bis Ende Jänner 18.800 Temposünder zu schnell in der dortigen 70er-Zone erwischt. Dabei war nicht einmal ein Viertel der Geblitzten aus Österreich.

Für die Bewohner an der B148 ist der Verkehr eine große Belastung. Manfred Rosner vom Verein "Lebensraum B148" sagt zu "Heute": "Es ist massiv gefährlich und massiv laut". Das Problem: Die Lenker kommen von der Autobahn und plötzlich fahren auf der Strecke Radfahrer, Traktoren. Ziel sei eine völlig kreuzungsfreie B148. Gefährlich sei vor allem der Abschnitt zwischen Altheim und Braunau. 

Und weil die ausländischen Behörden nicht immer die Daten zu den Schnellfahrern liefern, verlaufen viele Verfahren im Sand. Mehr als 2.700 Lenker entkamen deshalb einer Geldstrafe.

Ruf nach härteren Maßnahmen

Für die Eintreibung von Strafen kann sich FPÖ-Landesrat Günther Steinkellner harte Maßnahmen für ausländische Raser vorstellen - wie sie in anderen Ländern der EU bereits praktiziert werden: "Vor dem Radar sind alle gleich. Wer zu schnell unterwegs ist, der wird geblitzt", so Steinkellner gegenüber "Heute".

Und weiter: "Wenn ein ausländischer Lenker auf österreichischem Boden erwischt wird und zahlreiche, unbezahlte Strafen vorliegen, wäre die Einbehaltung des Fahrzeugs als Pfand ein wirksames und vorstellbares Mittel. So würde man mit derselben Konsequenz auch ausländische Raser zur Kasse bitten", so Steinkellner.

Insgesamt hat das Radar schon 1,6 Millionen Euro an Strafgeldern gebracht. Die betroffenen Anrainer sind froh, dass es den Blitzer gibt, sie hoffen aber auf weitere Schritte.

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    25.05.2024: Bus ließ Wiener nicht einsteigen, nahm aber Koffer mit. Ein Wiener verpasste Anfang April nicht nur seine Reise nach Zagreb, er verlor auch noch sein Gepäck. <a data-li-document-ref="120037947" href="https://www.heute.at/s/bus-liess-wiener-nicht-einsteigen-nahm-aber-koffer-mit-120037947">Er gibt dem Busunternehmen die Schuld.</a>
    25.05.2024: Bus ließ Wiener nicht einsteigen, nahm aber Koffer mit. Ein Wiener verpasste Anfang April nicht nur seine Reise nach Zagreb, er verlor auch noch sein Gepäck. Er gibt dem Busunternehmen die Schuld.
    Fabian Sommer / dpa / picturedesk.com / Leserreporter

    Auf den Punkt gebracht

    • In einem Jahr blitzte ein Radarkasten im Innviertel fast 19.000 Temposünder, aber mehr als 2.700 von ihnen entkamen einer Geldstrafe, da ausländische Behörden oft keine Daten zu den Schnellfahrern liefern
    • Der Ruf nach härteren Maßnahmen für ausländische Raser wird laut, wobei FPÖ-Landesrat Günther Steinkellner die Einbehaltung des Fahrzeugs als Pfand vorschlägt, um unbezahlte Strafen zu ahnden
    red
    Akt.