Wien

Darum sind Wiens Öffi-Ansagen schon bald rauschfrei

150.000 Mal hörten Öffi-Fahrgäste in Wien 2021 eine Durchsage. Damit diese künftig besser verstanden werden, setzt man auf digitalen Funk.
Heute Redaktion
06.02.2022, 14:44

"Heats ma bitte moi zua: So schwa is’ jo wirklich ned! A FFP2 Masken g’hert über Mund und Nosn. Oiso setz’ des Fetzerl gscheit auf bis du aus da Station draußen bist. I wünsch eich an schen Obnd." Mit diesem Masken-Aufruf in den Öffis starteten die Wiener Linien im Herbst 2021 - wir berichteten. Um Sprachbarrieren vorzubeugen, wurde die Durchsage auch auf Ungarisch, Türkisch, Farsi, Serbisch und Englisch eingesprochen. 

Aber nicht nur die Sprache, auch der Ton macht es dann und wann zur Herausforderung, den Durchsagen zu folgen. Hier setzen die Wiener Linien künftig an. Um die Tonqualität in Öffis zu verbessern, setzt man statt auf analogen auf digitalen Funk, wie der "ORF" berichtet. So sollen die Aufrufe bald klar und deutlich und ohne Rauschen durch die Verkehrsmittel hallen. 

Umstellung bringt zahlreiche Vorteile

Die Arbeit der Mitarbeiter in der Leitstelle soll durch den Digitalfunk erheblich erleichtert werden, heißt es. Sieben Analoge Funkkanäle standen bisher zur Verfügung. Einer davon diente der Fahrgastinformation, die anderen dem Personal der Wiener Linien. Beim Digitalfunk sieht das anders aus: Da dieser über das Mobilfunknetz läuft, sind hier rund hundert Gespräche gleichzeitig möglich. Weiters können Daten schneller übertragen und die Software - und damit auch die Durchsagen - schneller aktualisiert werden. Bei 164 Linien mit durschnittlich zwei Millionen Fahrgästen am Tag müsse der Funk einwandfrei funktionieren, so Pressesprecherin Katharina Steinwendtner im Gespräch mit "Radio Wien".

Dennoch: Kein Aus für Analogfunk

Seit 2018 laufen die Vorbereitungen für die weitreichende Umstellung, zentrale Anlagen mussten modernisiert werden. Der Testbetrieb läuft seit dem zweiten Halbjahr 2021. Bis Ende 2023 wolle man auf allen Betriebsbereichen mit dem Digitalfunk unterwegs sein, so Steinwendtner zu "Radio Wien". Wenngleich die Umstellung auf den digitalen Funk eine wesentliche Erleichterung für alle Beteiligten mit sich bringt, bleibt auch die analoge Version erhalten. Sie dient künftig als Rückfallsystem für Notfälle wie Netzüberlastungen oder ein Blackout. 

Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen