Darum stimmten MAN-Mitarbeiter zuerst gegen Wolf

Investor Siegfried Wolf
Investor Siegfried WolfFOTOKERSCHI.AT / APA / picturedesk.com
Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Investor Siegfried Wolf übernimmt das MAN-Werk in Steyr. Im April hatte die Belegschaft noch gegen ihn gestimmt.

Das MAN-Werk in Steyr wird nun doch von Siegfried Wolf übernommen. Mehr als 1250 Mitarbeiter und alle Lehrlinge sollen ihren Job behalten. Vor zwei Monaten hatten noch zwei Drittel der Belegschaft gegen das Übernahmeangebot von Investor Wolf gestimmt. Jetzt ist der Vertrag unter Dach und Fach, "Heute" berichtete.

Mit der Übernahme soll eine neue Marke "Steyr" entstehen und die Zukunft des Standorts sichern. Drei Viertel der Arbeitsplätze bleiben erhalten, die Wolf im "Ö1-Morgenjournal betonte.

Gespräche mit jedem einzelnen Mitarbeiter

Der Verkauf sei für alle Beteiligten die bestmögliche Lösung. Die Zustimmung kam diesmal einstimmig von allen Gremien, auch vom Betriebsrat, verkündete der neue Investor. Nach der Abstimmung im April wurde laut Wolf nachgebessert. Er kündigte Gespräche mit jedem einzelnen Mitarbeiter an.

Beide Seiten seien aufeinander zugegangen. Wie Wolf erklärte, hatten einige Mitarbeiter im April gegen ihn gestimmt, weil dies angeordnet wurde. Woher diese Anordnung kam, wollte er nicht kommentieren.

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Jetzt wurde der Vertrag ohne Abstimmung unterzeichnet. "Ich werde mit jedem einzelnen eine Lösung finden", betonte der Manager.

Wie in einer Presseaussendung angekündigt, produziert Wolf bis Anfang 2023 weiter im Auftrag von MAN LKWs und LKW- Komponenten und baut parallel dazu neue Fertigungen auf, von denen ab 2023 sieben neue Nutzfahrzeugtypen unter der Marke "Steyr" für den Export auf den Weltmarkt vom Band laufen sollen.

1.250 Arbeitsplätze bleiben erhalten

Von den rund 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen 1.250 und sämtliche Lehrlinge weiter beschäftigt werden. Zusätzlich könnten in einer mit dem Land Oberösterreich geschaffenen, zweckgebundenen offenen Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft weitere 150 Beschäftigte Arbeit finden.

Gehaltskürzungen müssen die Mitarbeiter aber in Kauf nehmen.

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