Die Bilder sorgten bei Fans und Mitspielern für große Sorgen. Jamal Musiala brach innerhalb weniger Tage gleich zweimal während eines Testspiels des FC Bayern auf dem Rasen zusammen. Nun äußern sich die Münchner ausführlicher zu den Hintergründen – und erklären, warum die sogenannten "Absencen" des 23-Jährigen derzeit verstärkt auftreten.
Demnach wurde Musialas Medikation im Rahmen seiner Behandlung verändert. Diese Umstellung habe Nebenwirkungen ausgelöst, erklärte Bayern-Trainer Vincent Kompany vor dem Supercup gegen Borussia Dortmund.
Musiala habe bei seiner Behandlung "etwas geändert, was ein bisschen Nebenwirkungen gehabt hat", so der Belgier. Grund zur Panik sieht der Bayern-Coach deshalb nicht. Es sei "völlig normal, dass man in einer Behandlung etwas probiert."
Auch Sportvorstand Max Eberl ging auf die jüngsten Szenen ein. Durch die Anpassung der Medikamente seien die "Krampfanfälle jetzt auch augenscheinlicher in der Kürze der Zeit" gewesen.
Musiala selbst hatte nach seinem zweiten Zusammenbruch erklärt, dass es sich um "temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen, die auf eine neurologische Dysfunktion" zurückzuführen seien.
Neu ist die Problematik beim deutschen Rekordmeister allerdings nicht. Laut Eberl weiß Bayern bereits seit der vergangenen Saison über Musialas Zustand Bescheid. "Wir wissen es schon die ganze letzte Saison", stellte der Sportvorstand klar.
Kompany bestätigte das: "Unser erster Schockmoment ist schon einige Zeit her." Dadurch habe der Klub genügend Zeit gehabt, sich mit Experten auszutauschen und weitere Informationen einzuholen. "Wir gehen nicht in einer Unruhe damit um", betont der Trainer.
Beim Supercup gegen Borussia Dortmund am Samstag (20.30 Uhr) wird Musiala dennoch fehlen. Der Offensivstar steht nicht im Bayern-Kader und absolviert derzeit individuelles Training. Die Münchner wollen ihm Zeit geben, sich auf die veränderte Behandlung einzustellen. Musiala soll dies laut Kompany zunächst "ohne Druck" tun.
An eine längere Zwangspause glaubt man beim deutschen Meister offenbar nicht. "Wir sind sehr optimistisch, was Jamal angeht", sagt Kompany. Sobald sich der 23-Jährige an die neue Behandlung angepasst hat, soll er wieder auf den Platz zurückkehren.