Wer als Single verreist, packt oft mehr als nur Badehose ein: Auch die Bereitschaft, sich fernab des eigenen Wohnorts zu verlieben, ist im Gepäck. Dating-Apps machen es einfach, sich spontan mit Menschen in anderen Städten zu verabreden.
Die Dating-App Bumble nennt diesen Trend "Wanderlove": In einer Umfrage unter rund 14.000 Nutzern gab etwa jede dritte Person an, offener für Beziehungen mit Menschen außerhalb des eigenen Wohnorts zu sein.
Wie brigitte.de berichtet, steckt dahinter mehr als nur Urlaubsromantik. Die Psychologin Sophie Lauenroth erklärt: "Reisen versetzt uns oft in einen emotionalen Ausnahmezustand. Wir sind offener für Neues, erleben mehr positive Emotionen und verlassen unsere gewohnten Routinen."
Durch diesen Zustand wirken andere Menschen häufig interessanter und attraktiver. Psychologisch spricht man vom sogenannten "Misattributions-Effekt": Die Aufregung durch neue Orte und Erlebnisse wird unbewusst mit einer Person verknüpft.
Auf Reisen erleben sich viele außerdem spontaner, mutiger und authentischer. Wenn niemand die eigene Vergangenheit oder den Job kennt, kann das offenere Gespräche und intensivere Begegnungen fördern.
Doch der Trend hat auch seine Tücken. Laut der Expertin können Bindungsängste eine Rolle spielen: "Eine große räumliche Distanz schafft Nähe und Abstand gleichzeitig. Man kann sich emotional einlassen, ohne den anderen sofort vollständig in den Alltag integrieren zu müssen."
Die Psychologin rät, die eigene Begeisterung nicht mit tatsächlicher Kompatibilität zu verwechseln: "Gemeinsame Sonnenuntergänge sagen noch wenig darüber aus, wie man Konflikte löst oder den Alltag gestaltet."
Ihr Tipp: Das Dating sollte nie zur Priorität eines Urlaubs werden. Die Reise und das eigene Wohlbefinden stehen an erster Stelle - ein schönes Date unterwegs ist ein Bonus, keine Pflicht.
Grundsätzlich gelten dieselben Sicherheitsregeln wie beim Dating zu Hause: Treffen an öffentlichen Orten, Informationen mit Freunden teilen und auf das eigene Bauchgefühl hören.