Die ehemalige "Berlin – Tag & Nacht"-Darstellerin und heutige Unternehmerin, die inzwischen auf Mallorca lebt, verlor in dieser Woche plötzlich ihren Instagram-Account mit über einer Million Followern. Statt zu resignieren, nimmt Anne Wünsche die Herausforderung sportlich – und spricht im Interview über den Verlust, die finanziellen Einbußen von rund 50.000 € monatlich und darüber, warum sie sich trotz Luxusvilla und Sonnenuntergang über Palma nach echter Zweisamkeit sehnt.
Um ehrlich zu sein, war es für mich überhaupt kein Schock. Ich hatte schon seit Monaten mit einer Sperrung gerechnet, da meine Postings immer wieder gemeldet wurden. Als es dann passierte, saß ich gerade im ICE auf dem Weg nach Hause – ich war kurz zuvor auf einer Marketingmesse in Düsseldorf gewesen. Ich habe meinen Bruder angeschaut und gesagt: „Das war's jetzt. Er ist weg." Gefühlsmäßig war ich aber weder frustriert noch traurig. Ich glaube, nach all den Jahren, in denen ich täglich mit Hass und Hürden konfrontiert werde, ist meine Resilienz so groß geworden, dass mich so etwas nicht mehr lange beschäftigt. Ich setze innerlich schnell einen Haken dahinter und gehe weiter.
Viele Models, die OnlyFans machen, haben aktuell dasselbe Problem: Postet man zu freizügig oder setzt den Link zum Account mit einer „falschen" Botschaft, bekommt man direkt eine Meldung und wird in der Sichtbarkeit eingeschränkt. Sammeln sich zu viele Meldungen an, wird der Account gelöscht. Ob ich meinen Account zurückbekomme, steht noch in den Sternen – mein Anwalt ist aber dran. Schauen wir mal, was daraus wird.
Eine Million Follower – ich habe das Gefühl, für viele ist das ein größerer Schock als für mich selbst. Klar, das ist eine riesige Reichweite, die von heute auf morgen verschwunden ist. Aber ich sehe es eher als Aufgabe: Schaffe ich es noch einmal, die Million zu knacken? Und seien wir mal ehrlich: Die Abozahl ist eher ein Statussymbol. Man kann auch mit 20.000 Followern gutes Geld verdienen, wenn es die richtige Zielgruppe für das eigene Angebot ist. Mir folgten noch viele aus meiner Zeit bei „Berlin – Tag & Nacht". Vielleicht ist das jetzt meine Chance, die Zielgruppe neu auszurichten. Natürlich verliere ich durch diese Reichweite auch Geld. Aktuell schätze ich den Verlust auf monatlich rund 50.000 € – durch Kooperationen, Affiliate-Links und Kurse. Aber das tut mir nicht allzu weh, denn mein Haupteinkommen generiere ich ohnehin über OnlyFans. Wie gesagt: Ich nehme die Herausforderung gerne an.
Wir haben einen Anwalt, der sich aktuell darum kümmert. Ich gehe aber davon aus, dass der Account endgültig weg ist. In der Zwischenzeit poste ich ganz normal auf meinem Backup-Account weiter: @annewuensche.backup
Ja, das stimmt. Mich zu erreichen ist jetzt deutlich einfacher. Früher haben mir Hunderte geschrieben, teilweise im Minutentakt, und auf meine Stories reagiert. Da hatte ich gar keine Chance, auf alles zu antworten. Aber wer weiß – vielleicht schreibt mir ja zufällig Mr. Right. Ich bin schließlich immer noch auf der Suche …
Am meisten fehlt mir, dass ich mein aktuelles Leben mit niemandem teilen kann. Ich sitze jeden Abend allein vor meiner Villa, mit Blick auf meinen Pool und den Sonnenuntergang über Palma. Da wünscht man sich schon oft jemanden, an den man sich ankuscheln kann. Netflix-Abende zu zweit, Urlaubspläne, gemeinsame Unternehmungen, Sex … das alles fehlt mir aktuell sehr. Das heißt aber nicht, dass ich unbedingt jemanden brauche oder als Single total unglücklich bin. Ich bin einfach ein Beziehungsmensch und wenn ich date, dann mittlerweile nur noch mit ernsten Absichten. Aber mir ist auch klar: Erzwingen kann ich es nicht. Entweder ich verliebe mich, oder eben nicht.
Leider tatsächlich meist über Tinder oder Hinge. Auch wenn "leider" es ganz gut trifft. Hier auf Mallorca ist das allerdings etwas schwieriger, weil viele nur vorübergehend hier sind und ich noch kaum Spanisch spreche. Jemanden zu finden, der wirklich hier lebt und mit dem die Kommunikation passt, ist also nicht ganz so einfach. Grundsätzlich bin ich aber jemand, der es viel schöner findet, im echten Leben angesprochen zu werden. Das hat für mich einfach eine ganz andere Qualität und ist mir auch irgendwie wichtig. ABER egal wo ich jemanden kennenlerne: ich lege großen Wert darauf, dass ER den ersten Schritt macht - also mich als erstes anschreibt oder anspricht. Ich finde einfach, dass diesen Schritt der Mann machen sollte.
Ja, warum nicht? Man möchte ja nicht die Katze im Sack kaufen, und mir persönlich ist wichtig, dass es auch im Bett harmoniert. Ich weiß, viele sagen, das sei billig. Aber ehrlich? Ich habe noch nie einen Mann getroffen, der "Nein" gesagt hat und zum Sex gehören immer zwei, oder?
Optisch habe ich schon gewisse Vorlieben: Ich mag zum Beispiel braune Augen und dunkle Haare sehr, und aktuell stehe ich auch auf den Style mit Cap … Aber das ist alles kein Muss. Am Ende zählt vor allem, dass er mir insgesamt gefällt, wir zusammen lachen können und ich mich zu ihm hingezogen fühle. Viel entscheidender ist für mich der Charakter: Er sollte humorvoll und emotional reif sein – und vor allem gut mit Kindern umgehen können. Außerdem ist mir wichtig, dass wir ein ähnliches Mindset haben, zum Beispiel beim Thema Reisen. Ich liebe es, die Welt zu entdecken, und wünsche mir jemanden an meiner Seite, der diese Begeisterung teilt. Ich möchte mit ihm lachen, mich wohlfühlen und einfach gerne Zeit mit ihm verbringen. Auch Kleinigkeiten sagen viel aus. Etwa, wie er mit anderen Menschen umgeht, zum Beispiel mit Kellnern. Daran erkennt man oft sehr gut, wie jemand wirklich tickt. Ein absolutes No-Go ist es für mich, wenn ein Mann keine Ziele oder Visionen im Leben hat.
Viele Männer denken, sie müssten auch in der Öffentlichkeit stehen oder viel Geld haben, sonst hätten sie bei mir keine Chance. Aber das interessiert mich überhaupt nicht. Mich interessiert, wer sie sind, welche Ziele sie haben und was sie begeistert. Also: einfach anschreiben und sich trauen – ich bin da sehr locker und entspannt, würde ich sagen.