Der Handelsstreit zwischen den USA und der EU nimmt kein Ende. Wegen rechtswidriger Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing durch die Vereinigten Staaten sollen bald neue Strafzölle auf US-Produkte erhoben werden. Das hat EU-Vizekommissionspräsident Valdis Dombrovskis am heutigen Montag im Rahmen einer Videokonferenz mit den Handelsministern der EU angekündigt.
Offenbar will man in der Union nicht erst die Amtseinführung des designierten Präsidenten Joe Biden und einen möglichen Kurswechsel zur bisherigen Trump-Linie abwarten. Die unabhängigen Streitschlichter der Welthandelsorganisation WTO hätten die Strafzölle in Höhe von 3,4 Milliarden Euro durch die EU gebilligt, so Dombrovskis weiter. Nun werde man danach handeln – aber auch für Verhandlungen offen sein.
Das Problem: Die USA hatten ihrerseits Strafzölle in Höhe von 7,5 Milliarden gegenüber der EU verhängt, weil der europäische Luftfahrtkonzern Airbus durch die Staatengemeinschaft subventioniert wurde. Weil die USA das selbe tun, zieht die EU auch die selben Konsequenzen. Wenn die Amerikaner ihre Strafzölle zumindest aussetzen, werde das die EU ebenfalls tun.
Otto Normalbürger könnte dieses abstrakte Hickhack auf internationaler Ebene bares Geld kosten. Wir müssen damit rechnen, dass durch die Strafzölle viele Importprodukte für die Endkunden empfindlich teurer werden. Doch welche Produkte sind davon betroffen?
Gemäß einer bereits vergangenes Jahr veröffentlichten Liste, könnten die Einfuhrpönale bald etwa auf Schokolade, Rum, Wodka, Wein, Essig, frische und getrocknete Früchte, losen Tabak, Baufahrzeuge, Traktoren, Hubschrauber und Flugzeuge aber auch Tomatenketchup und Spielkonsolen erhoben werden.
Die gesamte Liste der womöglich bald von den Strafzöllen betroffenen Produkte hat die EU bereits im vergangenen Jahr in diesem PDF veröffentlicht.