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Darum wird Resident Evil 2 ein wahres Horror-Muss

Am 25. Jänner 2019 erscheint das Remake von Resident Evil 2. Wir haben das Game vorab vier Stunden angespielt, das sind unsere Eindrücke.

Heute Redaktion
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31 Jahre nach Resident Evil 2 bekommt der Capcom-Schocker ein Remake spendiert. Und das hat es in sich. Das Game für PlayStation 4, Xbox One und PC bleibt dem Horror des Originals treu, die Technik allerdings ist auf modernstem Niveau. 4K-Grafik und flüssige Steuerung machen aus der Flucht von Leon S. Kennedy und Claire Redfield aus dem Zombie-verseuchten Raccoon City einen Horror-Hammer. Diese Gründe sprechen dafür, dass Resident Evil 2 großartig wird:

Fast alles ist neu in Resident Evil 2. Das Spiel zeigt sich nicht nur in 4K-Hochglanzoptik mit brillanten Details und 60 Frames pro Sekunde, sondern auch mit ganz neuer Gameplay-Mechanik. Aus der statischen Kamera wurde nicht wie im jüngsten Resident Evil 7 eine Ego-Perspektive, die Charaktere steuern sich nun in der Über-die-Schulter-Ansicht, ähnlich wie in den Teilen 4, 5 und 6. Klasse: es gibt kaum einen Qualitätsunterschied zwischen Videosequenzen und Spielgrafik, was den Titel unglaublich authentisch macht.

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Egal ob Regen auf Leon und Claire tropft oder Zombies in ein Flammenmeer getaucht werden – die Effekte samt einhergehenden Folgen sind toll umgesetzt. So kommt es vor, dass sich Leon Tropfen von der Kleidung wischt oder die mit Feuergranaten beschossenen Zombies Stellen mit verbranntem Fleisch aufweisen. Selbst bei Gesprächen mit anderen Charakteren drehen diese den Kopf so, dass sie den Spieler anschauen, während sie mit ihm reden. Das mögen alles Details sein, sie machen Resident Evil 2 aber ein gewaltiges Stück realistischer.

Alle bisherigen Screenshots aus dem Remake Resident Evil 2 zum Durchklicken und Gruseln. (Capcom)

Resident Evil 2 bleibt das Resident Evil 2, das man in Erinnerung hat: Beklemmend, schaurig und ständig mit dem nächsten Schock rechnend läuft oder schleicht man sich durch das Spiel. Die Angst hoch hält auch weiter, dass Munition äußerst knapp und der nächste Schreibmaschinen-Speicherpunkt weit entfernt ist. Dazu kommt Hektik durch die Planung: Verzichtet man auf Heilkräuter und Sprays und streift dafür Munition ins kleine Inventar ein? Wie auch das Original bietet Resident Evil 2 einen tollen Mix aus Rätseln und Horror und bleibt auch den Schauplätzen und Figuren über weite Strecken treu, allerdings nicht ohne Neues einzuführen.

Im Gegensatz zum Original sind die Zombies und anderen Gesellen zwar nicht unbedingt schnell, aber wendiger, schlauer und weit zäher, als man annehmen würde. Ein normaler Untoter braucht oft fünf oder noch weit mehr Kopfschüsse, bis er endgültig liegen bleibt. Und anders als im Original kann man sich bei keinem Feind sicher sein, dass er wirklich tot ist. Heißt: Flucht ist in Resident Evil 2 oft der Schlüssel zum Überleben.

So spielt sich Resident Evil 2. (Capcom)

Aber auch Schleichen wurde neu hinzugefügt, wie unser Abschnitt mit Claire zeigt. Licker etwa sind nun authentisch umgesetzt: Da sie blind sind, können Spieler unentdeckt um sie herumschleichen. Werfen Sie aber etwas um, schießen oder rennen, sind die Kreaturen hinter einem her. Neu sind ebenso Gadgets. So können wir mit Ada Wong und ihrem "EMF-Visualizer" Elektroleitungen entdeckt und Schalter aktiviert werden, was auch zahlreich nötig ist. Das unter ständigem Druck, denn bei so gut wie jedem Rätsel ist dem Spieler eine Kreatur, etwa der so gut wie unverwundbare Tyrant, auf den Fersen. Das kann nerven, wenn man 20 Mal eine Treppe rauf- und runterrennt, um einen Schalter rechtzeitig zu aktivieren, bevor man vom feind eingeholt wird, meist sorgt das aber für zusätzliche Spannung.

Die wohl größte Stärke von Resident Evil 2, denn man gruselt sich bis in die Haarspitzen! Die Soundkulisse ist exzellent, wenn es hinter einem tropft, knarrt und ächzt dreht man sich voller Schrecken um, nur um ins Nichts zu starren. Dafür wartet hinter einer dunklen Ecke im Abwassersystem ein Schrecken, der einen beim Anleuchten mit der Taschenlampe vollkommen unerwartet ins Gesicht springt. Die Entwickler haben es gut abgewägt, mit Schockszenen zu glänzen, ohne sie überzustrapazieren – und liefern andererseits auch Abschnitte, in denen die Untoten einfach durch ihre Masse einschüchtern. Wie im Original vermittelt einem die Atmosphäre: man ist hoffnungslos unterlegen und muss um sein Leben bangen.

Ein Ausschnitt aus der Story von Resident Evil 2. (Capcom)

Resident Evil 2 verfügt über einstellbare Schwierigkeitsgrade, wobei bereits der "normale" Modus nicht zu unterschätzen ist. Rund zwei bis drei Zombie-Angriffe kann der Spieler einstecken, bevor er das Zeitliche segnet. Mit jedem Angriff sinken zudem die Überlebenschancen, die Figuren beginnen zu humpeln und werden langsamer. Schön ist, dass Granaten und Messer eine Zusatzfunktion bekommen haben. Wer sie im Inventar hat und angegriffen wird, bekommt eine Abwehrchance, indem er den Zombies per Tastendruck das Messer in den Hals jagt oder die Granate in den Mund stopft. Wer sich dem Schwierigkeitsgrad generell nach eine Weile nicht mehr gewachsen sieht, bekommt nach einigen Toden den "assistierten" Modus mit Zielhilfe, schwächeren Gegnern und Gesundheitsregeneration angeboten. Eine nette Geste, mit der man nicht ein neues Spiel beginnen muss. Allerdings gibt es nach dem Wechsel in diesen Modus keine Rückkehr zur ursprünglichen Schwierigkeit mehr.

Resident Evil 2 lässt noch so viel offen, wie es bereits gezeigt hat. Wird es alternative Enden geben? Oder Zusatzentdeckungen durch Mechanismen und Rätsel, die in der Anspielversion noch nicht aktivierbar waren? Welche Figuren kommen neu hinzu? Spielbar sind neben Leon und Claire noch weitere Charaktere, welche werden wir alle steuern können? Das bisher Gezeigte lässt zumindest erahnen, dass Capcom noch die eine oder andere Überraschung zu bieten haben wird. Was schon jetzt fest steht: Das Remake von Resident Evil 2 wird ein Hit, der mit seiner Atmosphäre punktet, gleichzeitig aber sein Original ehrt. Was es für Kenner wie Neulinge mit Hang zu Horror zu einem Muss macht.