Das brut reist ins perverse Wien der roten 20er-Jahre

Dieses Stück ist nichts für prüde Geister. Im brut gibt's die "Sodom Vienna Revue" – inklusive Sigmund Freud und Orgasmusforschung – zu sehen.

"Sodom Vienna, Heimat ist der Tod. Sodom Vienna, mein Arsch ist offen rot“, mit diesen Worten schickt das Ensemble der "Sodom Vienna Revue" das Publikum ins laszive Wien der 20er-Jahre. "Heute"durfte für "SzeneBackstage" im brut in er Nordwestbahnstraße vor der Premiere hinter die Kulissen der verruchten Produktion blicken. "Diese Revue hatte so ein Pech. Jedesmal, wenn die Premiere anstand, gab es einen neuen Lockdown", erzählt Künstlerin Denice Bourbon im Video-Interview.

Gayschichten von Siegmund Freud

Gestartet wurde das Projekt vor zwei Jahren vom Wiener Theateraktivisten Gin Müller. Seine Inspiration holte er sich u.a. vom Monumentalfilm "Sodom und Gomorrha" von Michael Curtiz, der mit 14.000 Statisten bis heute als größte und teuerste Produktion der österreichischen Filmgeschichte gilt.

"Es wird gesungen, getanzt und das Publikum wird bekannte Persönlichkeiten aus dem Wien der 20er-Jahre treffen", verrät Bourbon. Zu sehen gibt‘s – neben nackter Haut – einen tänzelnden Siegmund Freud, erst eine mitreißende "Gayschichte" über eine seiner homosexuellen Patientinnen erzählt und später mit einer überdimensionalen Kreditkarte und weißem Pulver erwischt wird. Das Publikum trifft auch auf Wilhelm Reich, der mit seinem Orgonakkumulator seine Orgasmus-Forschung demonstriert. Auch weniger bekannte Geschichten, wie die von Freuds Tochter Anna, die als Erfinderin der Kinderanalyse gilt, stehen am Programm.

Bis Samstag, 3. November, kann man im brut auf Zeitreise gehen und durch die "Sodom Vienna Revue" ein queer-feministisches und antirassistisches Wien voller erotischer Skandale und politischer Aufklärung entdecken.

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