Das darf Ihnen der Vermieter nicht verbieten

In der Hausordnung darf der Vermieter Verbote erlassen. Aber es gibt auch Grenzen. Auch sonst hat der Vermieter nur eingeschränkte Rechte.

Eine Hausordnung ist grundsätzlich eine gute Sache, denn sie regelt das Zusammenleben im Mehrfamilienhaus. Und damit diese auch eingehalten wird, ist sie häufig Bestandteil des Mietvertrages, das heißt, sie wird explizit erwähnt beziehungsweise beigelegt.

Das heißt aber nicht, dass der Vermieter ganz willkürlich seine Regeln auflisten darf. Die Hausordnung darf nämlich nicht gegen geltendes Recht verstoßen oder den Mieter in seinen Persönlichkeitsrechten einschränken.

Die folgenden zehn Punkte haben in der Hausordnung nichts zu suchen:

Verbot von Kinderlärm

Wer Kinder hat, weiß, dass sich auch bei allerbester Erziehung Lärm nicht vermeiden lässt. Kinderlärm kann deshalb nicht verboten werden – auch nicht vom Vermieter. Allerdings gilt auch hier die Nachtruhe, da wird nicht herumgetobt. Babys sind davon ausgenommen: Sie "dürfen" schreien, wenn ihnen danach ist.

Übernachtungsverbot für Gäste

Ein MFH ist kein Mädchenpensionat, folglich können auch Übernachtungsgäste nicht verboten werden. Allerdings müssen sich die Gäste – egal, ob sie über Nacht bleiben oder wieder heimgehen – ans geltende Recht beziehungsweise die Hausordnung halten.

Tierbesuchsverbot

Das Mitbringen von Tieren durch den Besuch ist auch beim Verbot von Tierhaltung gestattet. Aber die Nachbarn dürfen nicht gestört werden, beispielsweise durch ständiges Bellen. Ist dies der Fall, kann der Vermieter ein Besuchsverbot aussprechen.

Rauchverbot

Auch wenn es in der Hausordnung oder im Mietvertrag so steht – ein Rauchverbot verstößt gegen die Persönlichkeitsrechte von Mietern und ist somit nicht verbindlich. Wenn aber die Hausordnung das Rauchen in gemeinsamen Räumen wie Treppenhaus oder Waschküche verbietet, muss sich der Mieter daran halten.

Duschverbot

Nach 22 Uhr ist fertig geduscht – wenn es nach der Hausordnung geht. Das schränkt das Privatleben des Mieters aber zu sehr ein, er darf also auch nachts noch unter die Dusche. Ein Vollbad hingegen könnte verboten werden, weil das Einlaufenlassen des Wassers recht laut ist und die Nachbarschaft stört.

Heizverbot

18 Grad sind genug? Wenn das der Vermieter so in die Hausordnung schreibt, können Sie als Mieter getrost weiterheizen. Aber nicht übertreiben, denn es droht die Heizkostenabrechnung.

Musikverbot

Musikhören in Zimmerlautstärke ist immer, also auch nachts, erlaubt. Allerdings verbieten Polizeiordnungen, auf dem Balkon, der Terrasse oder bei offenem Fenster Musik zu hören.

Rasen betreten

Gehört zum Haus eine Grünfläche, kann der Vermieter das Betreten nicht verbieten – es sei denn kurzfristig, wenn beispielsweise Gartenarbeiten anstehen.

Wäsche auf dem Balkon

Wer seine Wäsche gern auf dem Balkon trocknet, der darf das, auch wenn der Mietvertrag oder die Hausordnung dies verbietet.

Pflanzen auf dem Balkon

Der Vermieter kann dem Mieter verbieten, Blumenkisten am Balkon aufzuhängen, beispielsweise aus Sicherheitsgründen. Hängt der Mieter aber seine Kisten nach innen auf oder stellt er die Töpfe auf den Boden, spricht nichts dagegen.

Übrigens: Ihr Vermieter darf die Wohnung auch nicht ohne Ihre Einwilligung betreten, sprich, bei unangekündigten Besuchen müssten Sie den Vermieter nicht reinlassen. Er kann aber 24 bis 48 Stunden vorher ankünden, dass er die Wohnung beispielsweise für Wartungsarbeiten betreten muss.

(20min)

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
Wiener Wohnen

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen