Eskalation im Nahen Osten

Das droht dem Iran beim Boykott der Fußball-WM

Die Teilnahme des Iran an der Fußball-WM steht auf wackeligen Beinen. Was dem Verband drohen würde, wenn die Nationalmannschaft die WM boykottiert.
Sport Heute
04.03.2026, 09:05
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Seit Samstag laufen die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, bei denen unter anderem der geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei ums Leben kam. In 100 Tagen startet derweil die Fußball-WM – ausgerechnet in den USA, in Kanada und Mexiko. Auch der Iran ist qualifiziert. In der Gruppe G geht es gegen Belgien, Ägypten und Neuseeland. Besonders brisant: Der Iran könnte schon im Sechzehntelfinale auf die USA treffen – wenn beide Nationen in ihrer Vorrundengruppe Zweiter werden.

Ein Antreten des Iran beim Mega-Turnier in den USA ist unter jetzigen Bedingungen kaum vorstellbar. Nun wäre jedenfalls die FIFA am Zug, könnte den Iran vom Mega-Turnier ausschließen. Generalsekretär Mattias Grafström meinte jedenfalls, man würde die Situation "beobachten".

Was dem Iran bei Boykott droht

"Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken", meinte der iranische Fußballverbandspräsident Mehdi Taj jedenfalls. Im Iran gilt nun eine 40-tägige Staatstrauer. Sämtliche Fußballspiele, auch die Vorbereitungspartien des Fußball-Nationalteams, wurden abgesagt. Das wirft freilich die Frage auf, was passieren würde, sollte der Iran das Mega-Turnier boykottieren. In diesem Fall würde eine Geldstrafe fällig werden. Sollte der Iran zumindest 30 Tage vor dem WM-Beginn zurückziehen, wären es mindestens 250.000 Franken (275.000 Euro), danach würden 500.000 Franken (550.000 Euro) fällig werden. Außerdem müsste Irans Fußballverband sämtliche von der FIFA erhaltene Zahlungen zurückzahlen.

Was macht die FIFA?

Andererseits könnte aber auch die FIFA zuvor die Reißleine ziehen und den Iran vom Mega-Turnier ausschließen. "Wenn ein teilnehmender Mitgliedsverband von der FIFA-Weltmeisterschaft 26 zurücktritt und/oder ausgeschlossen wird, entscheidet die FIFA nach eigenem Ermessen über die Angelegenheit und ergreift die als notwendig erachteten Maßnahmen", heißt es im Regelwerk. Der Fußball-Weltverband könne selbst über einen Ersatz entscheiden. Der Irak oder die Vereinigten Arabischen Emirate könnten nachrücken. Denkbar wäre aber auch, dass die Gruppe G nur mit drei Mannschaften ausgetragen wird.

Offen ist, was passiert, wenn den Fußballern des Iran die Einreise verweigert werden sollte. Iranische Staatsbürger dürfen aktuell nicht in die Vereinigten Staaten reisen, für Sportler gelten Ausnahmen.

Die Mega-WM, die erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragen wird, startet jedenfalls am 11. Juni. Das Endspiel geht schließlich am 19. Juli über die Bühne. Es wird 104 Spiele geben.

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