Das erwarten die Konsumenten 2019

Das Handy kennt unseren Gemütszustand, der Smart Speaker streitet mit uns, und das Pendeln wird digital – diese Tech-Entwicklungen kommen 2019.

Konsumenten wollen virtuell tanzen lernen und rechnen damit, dass ihr Hirn bald ins Fitnessstudio muss. Grund dafür sind die Entwicklungen rund um digitale Assistenten, künstliche Intelligenz (KI) sowie Virtual und Augmented Reality (VR und AR). Ericsson hat die zehn Konsum-Trends aufgelistet. Sie sind das Resultat einer Umfrage bei rund 5.000 Internetnutzern. Diese schätzten ein, wie es mit den aktuellen Technologien weitergeht, und was sie sich davon erhoffen:

Emotionale Gadgets

Nutzer von virtuellen Assistenten wie Alexa, Google Now oder Siri rechnen damit, dass ihr Smartphone sie bald nicht nur sprachlich, sondern auch emotional verstehen wird. Dann könnte der Smart Speaker etwa von selbst leiser werden, wenn es um ein intimes Thema geht. Konsumenten erhoffen sich auch eine App, die Einträge auf Social Media automatisch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft, wenn sie im Gesicht des Nutzers Überraschung wahrnimmt.

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Technologie soll dabei helfen, die langweiligen Aspekte des Lebens zu automatisieren. Das gilt auch für Lebensmitteleinkäufe, Rechnungen und die Steuererklärung. Bereits jetzt gibt es Smart-Kühlschränke, die ihren eigenen Inhalt überwachen und selbstständig Produkte im Onlineshop bestellen können.

Digitale Doppelgänger

Digitale Stellvertreter, sogenannte Avatare, werden nicht nur immer üblicher – die virtuellen Repräsentationen sehen auch immer lebensechter aus. Die UBS etwa hat bereits 2018 eine digitale Version ihres Chefökonomen gestartet. Konsumenten erwarten, dass vor allem im Kundendienst, wo Automatisierung schon länger im Zentrum steht, bald nur noch Avatare zum Einsatz kommen.

Virtuelle Lehrer

In nur drei Jahren soll es laut der großen Mehrheit der Befragten üblich sein, dass Konsumenten mittels interaktivem Video oder dergleichen neue Dinge lernen, die sie noch nie zuvor ausprobiert haben. Jemand, der noch nie einen Hammer in der Hand hatte, soll durch das Internet etwa befähigt werden, einen kaputten Stuhl zu flicken. Große Hoffnung setzen Konsumenten diesbezüglich vor allem auf VR und AR. Mehr als die Hälfte der Befragten will etwa mit AR tanzen lernen.

5G-Gadget

Bald kommt 5G und damit eine ganze Reihe neuer Anwendungsbereiche für Funktechnologie. Besonders Alarmsysteme, Onlineshopping in VR und selbstfahrende Autos dürften laut der Umfrage von 5G profitieren. Ericsson geht davon aus, dass sich ein neues 5G-Gadget etablieren wird. Was genau das sein wird, ist unklar. Es werde aber einen ähnlichen Effekt auf den Markt haben wie 2007 das erste iPhone.

Smarter Streit

Verschiedene digitale Assistenten geben unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage, davon sind viele Nutzer überzeugt. Darum sollten etwa Personen in einer Beziehung kompatible Assistenten haben – also solche, die sich nicht widersprechen. Laut Ericsson könnten solche Smart Speaker sonst nämlich auch zu Streit zwischen ihren Besitzern führen.

Fitnessstudio fürs Hirn

Der Großteil der Befragten will, dass das Smartphone den Besitzer künftig vor Krankheit oder Stress warnt – bevor der Konsument selbst etwas davon spürt. Die KI soll den Besitzer auch gleich zum Arzt, Zahnarzt oder Friseur schicken, egal, ob die betroffene Person weiß, dass es nötig ist. Viele Konsumenten glauben, dass das dazu führen wird, dass wir vergessen, wie wir unsere eigenen Entscheidungen treffen. Darum werde es künftig "Fitnessstudios fürs Hirn" brauchen, um das Denken zu üben.

Digitales Pendeln

Umweltbewusste Konsumenten wollen künftig digital pendeln: Statt per Zug oder Auto ins ferne Büro zu fahren, kommt man mittels digitaler Hilfsmittel an den Arbeitsort – also per VR, AR oder verbesserter Konferenztools. Und nicht nur der Arbeitsweg wird digitalisiert: Innerhalb fünf Jahren soll es sogar üblich sein, zum Schutz der Umwelt per VR Urlaub zu machen.

Spionage-Apps

Es braucht global gültige Prinzipien zum Schutz von Personendaten, sagt die Mehrheit der Befragten. Die meisten sind überzeugt, dass beliebte Apps auch dann per Kamera, Mikrofon und GPS Daten über den Besitzer des Geräts sammeln, während dieser die App gar nicht benutzt. Zudem fürchten Konsumenten, dass die Daten ohne Einwilligung verkauft werden.

Simple Nutzungsbedingungen

Nutzungsbedingungen zu akzeptieren, nervt Konsumenten schon lange – meistens klickt man sich durch, ohne ein einziges Wort zu lesen. Zudem werden sie misstrauisch, wenn sie einen Dienst nur nutzen dürfen, nachdem sie zuerst ein langes und kompliziertes Dokument akzeptieren. Die meisten Befragten plädieren darum für ein standardisiertes Formular, das alle Firmen nutzen müssen. Es sollte Konsumenten zumindest eine einfache Auswahl geben, zu welchem Grad die Daten genutzt werden dürfen.

Weitere Technik-Trends für 2019 sehen Sie im Video oben.

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