Das erwartet Sie in "Avengers: Endgame"...

ACHTUNG, der folgende Artikel enthält LEICHTE SPOILER für den neuen "Avengers"-Film.
Die Marvel Studios und ihr Mutterkonzern Disney haben nichts unversucht gelassen, um den Plot von "Avengers: Endgame" geheimzuhalten. Ein paar Spielzeughersteller tanzten aus der Reihe, geleakte Szenen eines Vorab-Screenings sorgten für Ärger – im Großen und Ganzen nur kleine Lücken in einer soliden Mauer des Schweigens.

+++ Eine SPOILERFREIE Filmkritik finden Sie HIER. +++

Sobald der Film gestartet ist (in Österreich am 24. April, in den USA zwei Tage später), wird es jedoch kein Halten mehr geben. Wer völlig auf "Avengers"-Spoiler verzichten will, wird das Internet in nächster Zeit meiden müssen...

WARNUNG! Der folgende Artikel beinhaltet LEICHTE SPOILER für "Avengers: Endgame". Er beinhaltet: Details zu den Charakteren der Comicverfilmung, rudimentäre Informationen zur Handlung, sowie eine Analyse diverser Fantheorien. Der Text verrät WEDER, wie der Film endet, NOCH das Schicksal der einzelnen Charaktere.

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Der Trailer von "Avengers: Endgame":





Neuzugänge



Die erste Szene des Films gehört einem Avenger, der nicht in "Infinity War" zu sehen war. Clint Barton alias Hawkeye (Jeremy Renner) hat dem Superhelden-Business den Rücken gekehrt. Er genießt den Sommer auf seiner Farm, bringt seiner Tochter das Bogenschießen bei (bereits bekannt aus dem Trailer) und freut sich auf ein Picknick im Grünen. Als sich Frau, Kinder und sogar der Familienhund in Luft auflösen, ist klar: Am anderen Ende der Welt hat Bösewicht Thanos (Josh Brolin) gerade mit den Fingern geschnippt.

Clint verkraftet das Geschehene auf seine Weise – mit Samuraischwert und Kapuzenpulli reist er um die Welt und schlachtet Gewaltverbrecher ab, die der "Dezimation" nicht zum Opfer gefallen sind. Erst als die Avengers einen Plan aushecken, um Thanos' Taten ungeschehen zu machen, stöbert ihn Natasha Romanoff alias Black Widow (Scarlett Johansson) auf (auch diese Szene war im Trailer) und holt ihn ins Team zurück.

Der Plan dreht sich um Ant-Man Scott Lang (Paul Rudd). Der hat wie Clint den "Infinity War" verpasst, danach steckte er für geraume Zeit im sogenannten Quantum Realm fest. Dieses will er nach seiner überraschenden Rückkehr (ebenfalls im Trailer – und ACHTUNG, hier kommt der erste richtige Spoiler) als Zeitmaschine nutzen, um Thanos aufzuhalten. Diese Fantheorie war also richtig. Genauso wie die Vermutung, dass die Avengers zum Kampf um New York (aus dem ersten Film der Reihe) zurückkehren, um sich für das "Endgame" zu rüsten. Erst müssen sie aber Iron Man (Robert Downey Jr.) davon überzeugen, ihnen beim Zeitreisen unter die Arme zu greifen.



Mehr Emotionen als Action



Zum Ausflug in das Quantum Realm sei nur soviel verraten: Die wichtigsten Avengers werden mit Personen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert. Spätestens hier wird klar, dass der Film mehr auf Emotionen als auf Action setzt. Die drei Stunden, die "Endgame" insgesamt dauert, gehen vor allem für Trauerbewältigung, Teambuilding und Motivationsreden drauf.

Ein wenig knapper hätte hier mit Sicherheit auch gereicht, wir hatten ja bereits 20 Filme, um uns in die einzelnen Avengers einzufühlen. Bewegend ist dieses große Finale, so kurzweilig wie "Infinity War" allerdings bei Weitem nicht.

Antworten auf die brennendsten Fragen



Mehr ins Detail zu gehen würde zuviel verraten, daher hier nur noch in aller Kürze einige Eindrücke, die unsere Kino-Redakteure aus dem Film mitgenommen haben.

Überleben alle Avengers das "Endgame"?

Lukas: Nein. Es gibt bewegende Abgänge, aber auch eine Rückkehr, mit der in dieser Form niemand gerechnet hätte. Allgemein gilt: Auch in Marvels Kino-Universum kann nicht jeder Tod der Vergangenheit mit einem Fingerschnippen ungeschehen gemacht werden.

Leo: Nein. Als heiße Anwärter auf einen heldenhaften Filmtod wurden vor allem Iron Man, Captain America und Thor gehandelt. Hier hält "Endgame" eine Überraschung bereit.

Eine falsche Fantheorie, die dem Film gut getan hätte?

Leo: Dass Ant-Man in geschrumpfter Form in Thanos' Hintern kriecht, dann per Knopfdruck zu seiner normalen Größe anwächst und den Schurken damit einfach sprengt...

Lukas: Die Fantastic Four und X-Men sind weit und breit nicht zu sehen, obwohl Disney die Übernahme von Fox und damit der Filmrechte an den Charakteren abgeschlossen hat. Eine entsprechende Andeutung auf künftige Abenteuer hätte Fans ausflippen lassen.

Welche Figur kommt in "Endgame" zu kurz?

Leo: Da gibt es einige Kandidaten. Für mich ist es der Hulk, der zwar viel Screentime bekommt, das aber anders als zu erwarten war.

Lukas: Genau genommen kommen sehr, sehr viele Figuren zu kurz. Doch andererseits handelt es sich hier um das große Finale des ersten Avengers-Teams, das im Jahr 2012 New York vor einer Alien-Invasion bewahrte. Die "nächste Generation" wird in den kommenden Jahren genug Gelegenheit für coole Momente im Kino bekommen.

Wie viel Fanservice gibt es?

Lukas: "Avengers: Endgame" stützt sich auf alle Marvel-Studios-Filme, die bisher erschienen sind. Ist man mit der (gigantischen) Vorgeschichte nicht vertraut, wird man sich sehr schnell sehr verloren fühlen. Fanservice gibt es entsprechend in Massen – in Form von Gastauftritten und Ereignissen, die bereits vor Jahren angedeutet wurden.

Leo: Da war schon einiges dabei. Gerade die interessanteren Nebenfiguren haben in einem Film dieses Ausmaßes aber logischerweise das Nachsehen. Für einige Fans ist das sicher enttäuschend – aber das MCU ist ja noch lange nicht Geschichte.

Ist es das Ende der Marvel-Kinofilme?

Lukas: Obwohl "Endgame" sich als großes letztes Kapitel der Infinity-Saga inszeniert und einigen Figuren auch einen Abschluss beschert, ist es nur ein vorläufiges Finale. Schon bald schwingt sich Spider-Man in "Far From Home" durch die Kinos, Disney hat bereits viele Erscheinungsdaten für künftige Filme reserviert. Um welche Projekte es sich handelt, werden wir in den kommenden Monaten erfahren.

Leo: "Infinity War" hat knapp zwei Milliarden Dollar eingespielt. Solange sich die Marvel-Filme weiterhin in solchen Größenordnungen bewegen, ist kein Ende in Sicht. Die Comic-Vorlagen bieten dafür jedenfalls einen schier unerschöpflichen Vorrat an Figuren und Geschichten.

Ist es ein würdiger Abschluss?

Leo: Als emotionales Finale funktioniert "Endgame" gut. Im Vergleich mit "Infinity War" und den meisten der bisherigen Solo-Filmen mangelt es aber ein wenig an Action.

Lukas: Man muss "Endgame" weniger als eigenständigen Film und mehr als die Kulmination aller bisherigen Marvel-Streifen begreifen. Als solche ist sie höchst befriedigend. Ein Ende ist es aber nicht. Wie gesagt, die nächsten Filme stehen in den Startlöchern.

(lfd, lu)

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Kritik/RezensionKinoFilmComicverfilmungRobert Downey Jr.

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