Zattoo verrät

Das Finale war nicht auf Platz eins der WM-Charts

Die WM 2026 brachte Streaming-Rekorde. Neue Zahlen zeigen jetzt, welche Spiele besonders viele Menschen vor den Bildschirm lockten.
Digital  Heute
23.07.2026, 15:57
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Wenige Tage nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gibt es nun einen genaueren Blick darauf, wie Fans das Turnier im Livestream verfolgt haben. Die Auswertung von Zattoo und den von dem Unternehmen betriebenen Partnerplattformen in Europa zeigt nicht nur ein deutlich steigendes Interesse im Verlauf des Turniers, sondern auch eine Überraschung bei den meistgesehenen Spielen. Denn ausgerechnet das Finale musste sich einem Gruppenspiel geschlagen geben, analysiert der Streaming-Anbieter Zattoo.

Schon während der Gruppenphase war die WM für viele Zuschauer ein täglicher Begleiter. Mit dem Beginn der K.-o.-Runde nahm das Interesse allerdings noch einmal deutlich zu. Laut den erhobenen Daten verzeichneten die Begegnungen der Finalrunde rund 63 Prozent mehr sogenannte Match Watchers als die Spiele der Gruppenphase. Dabei werden Zuschauer gezählt, die ein einzelnes Spiel einschalten. Wer mehrere Begegnungen verfolgt, wird für jede Partie erneut berücksichtigt.

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Selbst innerhalb des Endspiels stieg das Interesse weiter an. Während Argentinien und Spanien um den WM-Titel kämpften, schalteten immer mehr Menschen ein. In den letzten 15 Minuten des Finales lag die Zahl der Match Watchers rund zehn Prozent höher als zu Beginn. Offenbar wollten viele Fans die Entscheidung auf keinen Fall verpassen. Für die größte Überraschung sorgt jedoch der Vergleich der einzelnen Spiele. Nicht das Endspiel zwischen Argentinien und Spanien erreichte die höchste Reichweite auf den Streaming-Plattformen.

Ein Gruppenspiel besonders beliebt

Diesen Platz sicherte sich stattdessen bereits ein Gruppenspiel. Die Begegnung zwischen Deutschland und Curaçao verzeichnete rund vier Prozent mehr Match Watchers als das spätere Finale und war damit die meistgesehene Partie des gesamten Turniers auf den ausgewerteten Plattformen. Auch die Schweizer Nationalmannschaft sorgte für bemerkenswerte Zahlen. Obwohl mehrere Partien mitten in der Nacht stattfanden und erst um 03.00 beziehungsweise 05.00 Uhr Schweizer Zeit angepfiffen wurden, ließen sich viele Fans davon nicht abschrecken.

Die Begegnung zwischen Deutschland und Curaçao war der große Streaming-Gewinner.
REUTERS

Im Durchschnitt erreichten diese Spiele mehr als fünfmal so viele Match Watchers wie andere Begegnungen mit ähnlich später Anstoßzeit. Zwei Spiele der Schweizer Auswahl schafften es unter die zehn meistgesehenen Partien der Weltmeisterschaft. Beim Blick auf die Geräte zeigt sich, dass das klassische TV-Erlebnis weiterhin dominiert. Mehr als acht von zehn gestreamten Stunden entfielen auf Smart-TVs und andere Geräte mit großem Bildschirm. Im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2022 entspricht das einem Zuwachs von rund 16 Prozentpunkten.

Datenverkehr mehr als verneunfacht

Viele Zuschauer entschieden sich trotz mobiler Alternativen für das Fußballerlebnis auf dem TV. Nicht nur die Nutzung, sondern auch die technische Belastung erreichte neue Höchstwerte. Beim Finale registrierte Zattoo einen Netzwerk-Traffic von rund 3,76 Terabit pro Sekunde. Das ist nach Unternehmensangaben der höchste Wert in der Geschichte des Streaming-Anbieters. Im Vergleich zum WM-Finale 2022 lag die Spitzenbelastung um mehr als die Hälfte höher. Gegenüber dem EM-Finale 2016 hat sich der Datenverkehr sogar mehr als verneunfacht.

Trotz dieser hohen Auslastung verlief das gesamte Turnier ohne technische Zwischenfälle. Für viele Zuschauer dürfte genau das entscheidend gewesen sein, denn gerade bei Live-Sport können Ausfälle oder Unterbrechungen den Spielgenuss erheblich beeinträchtigen. Auch bei den sogenannten Unique Viewers meldet das Unternehmen einen deutlichen Anstieg. Ihre Zahl lag rund 48 Prozent über dem Niveau der Weltmeisterschaft 2022.

Zattoo weist allerdings darauf hin, dass dieser Vergleich zwar auf derselben Messmethode basiert, das längere Turnier der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 die Entwicklung ebenfalls beeinflusst habe. "Gerade bei großen Live-Events wollen Zuschauerinnen und Zuschauer einfach einschalten und schauen können. Wir sind stolz darauf, dass unsere Plattform auch beim höchsten Netzwerk-Traffic in der Geschichte von Zattoo ununterbrochen stabil lief. Genau darauf kommt es bei Live-TV an", sagt Tina Rodriguez, CEO a. i. von Zattoo.

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.07.2026, 15:57