Kobalt bis Kunststoff

Warum immer mehr PCs recycelte Teile nutzen

Recycelte Rohstoffe stecken heute in vielen PCs. Welche Materialien bereits wiederverwendet werden und warum das immer wichtiger wird.
Rene Findenig
23.07.2026, 15:04
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Ein neuer Computer wirkt auf den ersten Blick wie ein Produkt aus fabrikneuen Materialien. Tatsächlich steckt in vielen modernen Geräten aber längst ein wachsender Anteil an Rohstoffen, die bereits ein früheres Leben hatten. Hersteller setzen zunehmend auf recycelte Metalle und Kunststoffe, um wertvolle Ressourcen länger im Kreislauf zu halten und den Bedarf an neu gewonnenen Rohstoffen zu verringern. Welche Materialien genau zum Einsatz kommen, verrät nun das Technologieunternehmen Dell Technologies.

Computer, Monitore und Zubehör bestehen aus zahlreichen Materialien, deren Gewinnung viel Energie benötigt und die Umwelt belastet. Gleichzeitig gelten einige Rohstoffe als kritisch, weil ihr Abbau mit ökologischen und sozialen Problemen verbunden ist. Deshalb versuchen Hersteller, Materialien wiederzuverwenden, anstatt sie nach der ersten Nutzung zu entsorgen. Besonders wichtig ist dabei Kobalt. Der Rohstoff wird in Lithium-Ionen-Akkus verwendet, die unter anderem in Notebooks sowie kabellosen Mäusen und Tastaturen zum Einsatz kommen.

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Kobalt gilt als teuer und sein Abbau steht seit Jahren in der Kritik. Deshalb enthalten moderne Akkus bereits einen hohen Anteil an recyceltem Kobalt. Gleichzeitig arbeiten Hersteller an neuen Akku-Technologien, bei denen deutlich weniger Kobalt benötigt wird, ohne dass darunter die Leistung der Batterien leidet. Auch Kupfer spielt bei Computern eine zentrale Rolle. Es sorgt dafür, dass elektrischer Strom zuverlässig fließen kann, und findet sich unter anderem in Leiterplatten, Kabeln und Stromverbindungen.

Kunststoff als besondere Herausforderung

Weil der Kupferabbau große Eingriffe in die Natur mit sich bringt, setzen Hersteller inzwischen verstärkt auf recyceltes Kupfer. Dadurch sinkt der Bedarf an neu gefördertem Material. Nicht nur Kupfer, sondern auch andere Metalle werden immer häufiger wiederverwendet. Dazu gehören Stahl, Aluminium und verschiedene Legierungen. In einigen Notebooks kommt bereits recycelter Stahl für Gehäuse oder innere Bauteile zum Einsatz. Bei Monitoren ist der Anteil an wiederverwendetem Stahl bereits besonders hoch.

Außerdem werden in manchen Computern recycelte Magnete verbaut. Sie finden sich beispielsweise in Lautsprechern, Lüftern oder Festplatten und bestehen überwiegend aus metallischen Legierungen. Auch Kunststoffe gehören zu den wichtigsten Bestandteilen moderner Computer. Gehäuse, Tastaturen, Tasten oder Abdeckungen wären ohne Kunststoff kaum denkbar. Gleichzeitig zählen Kunststoffabfälle weltweit zu den größten Umweltproblemen. Deshalb steigt auch hier der Anteil an Recyclingmaterial kontinuierlich.

"Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft"

Vor allem bei Monitoren wird inzwischen ein hoher Anteil an Post-Consumer-Recyclingplastik eingesetzt. Dabei handelt es sich um Kunststoff, der bereits in anderen Produkten verwendet wurde und anschließend aufbereitet wird. Auch Mäuse, Tastaturen und Dockingstations enthalten zunehmend solche wiederverwerteten Kunststoffe. Nach Ansicht von Dell Technologies geht es dabei längst nicht mehr nur um technische Leistung oder die Qualität der Geräte. Vielmehr spiele auch die Herkunft der eingesetzten Rohstoffe eine immer größere Rolle.

Das Unternehmen sieht den Einsatz recycelter Materialien als wichtigen Bestandteil der Entwicklung neuer Produkte. Dazu heißt es wörtlich: "Hersteller von IT-Hardware tragen nicht nur Verantwortung für die Leistung und Qualität ihrer Produkte, sondern auch für die Ressourcen, die in ihnen stecken. Der konsequente Einsatz recycelter Materialien sollte kein optionales Extra sein, sondern ein zentraler Bestandteil der Entwicklungsstrategie. Damit stellen sie sicher, dass ihre Geräte auch einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft leisten."

Der Trend zeigt, dass Recycling in der Computerbranche längst kein Randthema mehr ist. Während früher vor allem die Leistung eines Geräts im Mittelpunkt stand, rückt heute zunehmend auch die Frage in den Fokus, welche Materialien darin verbaut sind und ob diese möglichst lange im Wirtschaftskreislauf bleiben. Hersteller versuchen deshalb, immer mehr Rohstoffe mehrfach zu nutzen und so den Verbrauch neuer Ressourcen Schritt für Schritt zu senken.

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