Das ist beim Personalausweis jetzt alles neu

Der neue Personalausweis
Der neue PersonalausweisHERBERT PFARRHOFER / APA / picturedesk.com
Der neue Personalausweis kann ab dem 2. August beantragt werden. Er ist am letzten Stand der Sicherheitstechnologie.

"Moderne und fälschungssichere Identitätsausweise sind eine entscheidende Grundlage für eine funktionierende Sicherheitsinfrastruktur", sagte Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit im Bundesministerium für Inneres, bei der Präsentation des neuen Personalausweises und der App "CHECK-AT".

Der Ausweis wurde in enger Zusammenarbeit von Expertinnen und Experten des Bundesministeriums für Inneres, des Bundeskriminalamts und der Österreichischen Staatsdruckerei entwickelt. Die Staatsdruckerei konzipierte darüber hinaus auch die zugehörige Prüf-App.

"Jeder Ausweis entfaltet seine Schutzwirkung für die persönliche Identität nur dann, wenn er einfach und gleichzeitig sicher überprüft werden kann", unterstrich Lukas Praml, Geschäftsführer der Österreichischen Staatsdruckerei, bei der Vorstellung des neuen Dokuments.

Personalisierter QR-Code

Die neue Generation des Personalausweises bringt mit dem schon vom Reisepass bekannten Chip für biometrische Daten sowie einem neuen, personalisierten QR-Code und weiteren Sicherheitselementen, wie einem Durchsichtsfenster mit temperaturabhängiger Farbe, eine Reihe verbesserter Sicherheitsmerkmale.

Neben einem modernen und sicheren Dokument wurde auch ein moderner und sicherer Weg für eine digital unterstützte Dokumentenprüfung entwickelt: Die "CHECK-AT"-App. Die für iOS und Android verfügbare Smartphone-App leitet durch die Prüfung der digitalen und analogen Sicherheitsmerkmale des neuen Personalausweises und unterstützt so bei der Einschätzung, ob ein echtes Dokument vorliegt.

Der neue Ausweis kann ab 2. August bei den Passbehörden und ermächtigten Gemeinden beantragt werden. Davor ausgestellte Personalausweise bleiben selbstverständlich gültig.

Dokumentenfälschung als Motor für Kriminalität

Ge- oder verfälschte Dokumente ermöglichen kriminelle Aktivitäten wie Menschen- oder Drogenhandel, den Handel mit Waffen oder gestohlenen Fahrzeugen. Dokumentenfälschung ist aber auch eine der Grundlagen für Wirtschaftskriminalität, Korruption, Eigentumskriminalität und Terrorismus. "Dieses kriminelle Phänomen ist so bedrohlich, dass auf europäischer Ebene Dokumentfälschung als eine der drei Hauptmotoren der organisierten Kriminalität bezeichnet wird", sagte Ruf.

Die hohe Zahl von Dokumentfälschungen ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Fälschungen nur bedingt anspruchsvolle Werkzeuge oder übermäßige Investitionen verlangen – am häufigsten werden Computer mit Scannern und Druckmaschinen verwendet, um die ursprünglichen Sicherheitsmerkmale zu imitieren.

Durch die stetige Weiterentwicklung österreichischer Identitätsdokumente und die Implementierung neuer Sicherheitsmerkmale wird sichergestellt, dass österreichische Dokumente für Fälscher und Kriminelle durch den extrem hohen Aufwand unattraktiv sind und bleiben. Das ist auch der Grund, warum österreichische Reisedokumente von Tätern nur selten ge- oder verfälscht werden. Wenn Fälschungen österreichischer Dokumente in Umlauf kommen, dann vor allem im Ausland.

Pro Jahr werden in Österreich etwa 200.000 Personalausweise ausgestellt. Laut einer Studie von FRONTEX wurden seit 2018 jährlich durchschnittlich 300 ge- oder verfälschte österreichische Dokumente wie zum Beispiel Reisepässe, gefälschte Einreisestempel oder Personalausweise in der Europäischen Union sichergestellt. "Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Prüfung von Ausweisen nicht nur geschulten Polizistinnen und Polizisten möglich ist, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern", betonte Ruf.

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