Das ist der Corona-Notfallplan für Österreich

Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl war am Dienstag zu Gast in der ZIB2.
Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl war am Dienstag zu Gast in der ZIB2.Screenshot
In der ZiB 2 war am Dienstag Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl von der MedUni Wien zu Gast. Sie sprach über die wichtigsten Corona-Fragen.

Im ZiB-2-Interview mit Armin Wolf wagte Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl einen Ausblick in die nahe und fernere Zukunft. Angesichts der zuletzt gestiegenen Corona-Zahlen sprach sie von einem "besorgniserregenden" Zustand. Da die Situation in den Spitälern die Auswirkung der Infektionswerte von vor zwei Wochen darstelle, sei damit zu rechnen, dass die Auslastung der Spitals- und Intensivbetten in den kommenden Tagen noch zunehmen werde. 

Gleichzeitig sprach sich die Medizinerin nicht für neuere und strengere Regeln aus. In erster Linie gehe es darum, die Bevölkerung zum Einhalten der Regelen zu motivieren. Denn es mache keinen Sinn, Maßnahmen einzuführen, an die sich niemand mehr halten wolle. Ein wichtiger Aspekt sei für die Medizinerin der Schulsektor. Schulen sollten "immer offen bleiben". 

"Hätte mir das nie vorstellen können"

Dann überraschte Puchhammer-Stöckl mit einer Aussage. Noch im Sommer habe sie sich nicht vorstellen können, dass wir in eine solche Situation geraten könnten, "niemand hätte sich das vorstellen können", ist sie überzeugt. Und wie geht es weiter, wenn die Zahlen tatsächlich weiter ansteigen? Irgendwann stoße das Contact Tracing an seine Grenzen, wie schnell es gehen könne, habe man am Dienstag in Salzburg gesehen. 

Sollte das Contact Tracing nicht mehr gewährleistet sein, würden Notfallpläne greifen, "solche Pandemie-Pläne haben alle Länder". In einem weiteren Schritt gehe es dann speziell darum, die vulnerable Gruppe zu schützen, also all jene Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken. Gelinge auch das nicht mehr, gehe es dann nur noch um die Versorgung der Bevölkerung, sprich dann gelte es zu schauen, dass die Geschäfte beliefert werden. Nachsatz: "So weit sind wir noch lange nicht". 

Keine Verkürzung der Quarantäne

Irritiert zeigte sich die Medizinerin von der Aussage von AGES-Infektiologe Franz Allenberger, der noch am Wochenende in einer beliebten Radio-Reihe erklärt hatte, dass der Nasen-Mund-Schutz keinen belegbaren Effekt habe. "Es gibt Studie um Studie um Studie", die die Wirkung der Maske belegen würde, betonte Puchhammer-Stöckl. Ja, sie biete keinen hundertprozentigen Schutz, aber einen sehr guten. Es gehe auch darum, wie viele Viren ein Mensch über die Schleimhäute aufnehme.

Mit einer Maske seien es im Fall der Fälle weniger, als ohne, was auch einen milderen Verlauf bedeuten würde. "Ich gehe nirgends mehr ohne Maske hin", so Puchhammer Stöckl, die auch einer Verkürzung der Quarantäne auf fünf Tage eine Absage erteilte. Mit einer Reduktion auf acht Tage könne sie noch leben. Alles, was noch kürzer wäre, sei aus ihrer Sicht nicht mehr zu vertreten. 

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